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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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280
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Orti Farnesiani

7. KAP.

Abb. 193

Villa Pia, Rom,

Aufgang vom

Nymphäum

zum Hof

Abb. 193a

Inneres des

Hofes

Nach Latham

die Anlage der verschlungenen Wege gehört aber erst dem XIX. Jahrhundert an, bis dannin den traurigsten Zeiten völligen künstlerischen Verfalls eine Krone des Ungeschmacksauf dem Gipfel entstanden ist, die Bauten des letzten Pontifikats: ein Lustschloß imödesten Kasernenstil, daneben der gleißende Tempel, eine Nachbildung der Grotte vonLourdes, ein Siegesdenkmal des Xeokatholizismus. Zu seinen Füßen aber schlummert

immer noch verlassen und einsam, wieein Dornröschen, das Kunstwerk derHochrenaissance, in dem der Baumeisteres verstanden hat, ein einheitlichesGanzes aus Haus und Garten in innigsterVerschmelzung beider zu machen.

Das Einzigartige der italienischenGartenkunst, das sie über jede andereZeit hinaushebt, ist die strenge stil-sichere Entwicklung und in ihr derReichtum der künstlerischen Gedanken,der jede neue Schöpfung auch desgleichen Meisters zu einem individuel-len, nur einmaligen Kunstwerk macht.Noch ehe Ligorio in seinen Schöpfungendie höchste Einheit von Haus und Gar-ten durchgeführt hatte, versuchte schonsein großer Nebenbuhler in der Garten-kunst, Vignola, eine reine Gartenarchi-tektur, die sich völlig vom Wohnhauseemanzipiert, durchzuführen. Von PapstPaul III. erhielt er den Auftrag, die so-genannten orti Farnesiani zu schaffen(Abb. 195). Eine Gartenanlage hat wohlschon vorher auf der Höhe des Palatinszwischen den Ruinen bestanden. Anni-bale Caro spricht im Jahre 1538 von einemBrunnen 101 , der halb aus verrottetenBlöcken, halb aus gemauerter Rustikaerrichtet und von einem Selvaggio um-geben war. Also einer der Brunnen, wiewir sie aus dem Nymphäum der VillaMadama kennen, die gewöhnlich ent-ferntere Gartenteile schmücken. Weiter erfahren wir von diesem Garten nichts; dochauch die heutige Anlage des ebenen Teiles auf der Höhe mit den regelmäßigen, mit grünenHecken umsäumten Beetanlagen könnte ebenso auf diesen früheren Garten zurückgehen.Das Neue aber, das der große Treppenbaumeister hier schuf, ist der prächtige Aufgangvom Campo Vaccino, dem Forum Romanum. In fünf Terrassen stieg man zur Höhe desebenen Gartenterrains an. Ein machtvolles Triumphtor führte aus dem Forum in einhalbrundes, in den Berg geschnittenes Theater, mit Statuen und Grotten geschmückt