7. KAP.
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Villa d'Este, Tivoli
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bb. 182) zeigtlitte hält eincen die BeeteLen gepflanzt,Xamen Heil-
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kräutergarten (garden of simpels) 89 . Dieser Teil, auch für sich besonders umzäunt, trägtin der alten Anlage noch am stärksten mittelalterliches Gepräge. Und dazu gehören auchdie vier seitlich gelegenen Labyrinthe, nur daß auch sie fest in den großen Gesamtplaneingefügt sind. Evelyn spricht auch noch von vier köstlichen Gärtlein in der Nähedes Hauses, leider etwas unbestimmt, doch meint er wohl den zur Seite des Hauses ge-legenen Teil, der vielleicht damals in vier kleinen giardini secreti angelegt war. Derfrüheste Stich zeigt deutlich, wie sehr man, um das ursprüngliche Bild festzuhalten, denstarken Phantasieeindruck ausschalten muß, den heute der dicht und wild verwachseneGarten mit den eintönig gleich-mäßig rauschenden Quellen undden hochragenden Zypressen aufuns macht. Diese Zypressen be-sonders, die architektonisch so be-deutsam wirken und durch dasRondell dem Garten heute seinstolzes Gepräge geben, habenhier wie in San Vigilio in derersten Anlage noch keine Stättegehabt. Statt der Alleen findensich in den älteren Gärten dieWege entweder von verschnitte-nen Myrten und Lorbeer um-grenzt, der wohl auch als Lau-be mit ineinander geflochtenenZweigen gezogen wird, oder diedie Hauptkreuzwege beschattendeLaube wird über Lattenwerk ge-zogen. Zu dieser fest in Zucht ge-nommenen Bepflanzung kam, denEindruck heiterer Festfreude ver-mehrend, reiche Bemalung derBauwerke, Grottenfassaden undMauern, wovon sich noch im
XIX. Jahrhundert Spuren erhalten hatten 90 . Am meisten aber begeistert alle altenBesucher das mannigfache Spiel der Wasser, über das sie nur zu häufig alles anderevergessen. Ob Montaigne den Garten am Ende des XVI. Jahrhunderts sieht, ob derEngländer Evelyn ihn 60 Jahre später besucht, oder erst im XVIII. Jahrhundert derChevalier de Brosses 91 , immer wieder bilden die Wasserkünste den überwiegendenHauptteil der Schilderung. Schon Montaigne sieht die meisten von ihnen im Gange.Die Wasserorgel, als die merkwürdigste, schildert er am eingehendsten, unter ihr bringendie Teichränder einen fortwährenden Sprühregen hervor. Diese Teiche scheinen am häufig-sten verändert worden zu sein, der erste Stich zeigt in den beiden mittleren je ein kleinesGebäude, vielleicht zur Brut der Wasservögel, die sie beleben. Die seitlichen sind kunst-voll überbrückt, spätere Stiche haben dies fortgelassen, dafür die Ränder mit Vasenund anderem Blumenschmuck geziert (Abb. 184). Montaigne schaut weiter mit
Abb. 186Villa d'Este,Tivoli, Wasser-orgel im heu-tigen Zustande
18 Gothein, Gartenkunst I