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Landhäuser : ausgeführte Bauten mit Grundrissen, Gartenplänen und Erläuterungen
Place and Date of Creation
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EINIGES VOM HAUSBAU

Im Landhausbau fiellt jede Aufgabe ihre befonderen Anforderungen. Je nach dem Standort desHaufes, der Bodengeftaltung und der Zugänglichkeit des Bauplatzes, feiner Lage zur Himmels-richtung, dem Vorhandenfein einer Aushebt muß das Haus notwendigerweife auf jedem Bau^platze verfchieden geftaltet werden. Dabei ift noch garnicht einmal das wechselnde Bedürfnis derBauherren genannt, das von ausfchlaggebender Bedeutung ift. Und fchließlich fpielt auch dienotwendige Eingruppierung in ein begehendes Landfchafts= oder örtliches Bebauungsbild einenicht zu unterfchätzende Rolle. Alle diefe Gefichtspunkte beeinfluffen die Art des Haufes aufdas entfehiedenfte.

Diefe Tatfache muß an die Spitze jeder Betrachtung über den Landhausbau gefetzt werden.Es folgt alfo, daß eine vielfältige Wiederholung einer feiten Grundform hier nicht am Platzewäre, denn fie würde die letzten Vorteile des Einzelfalles nicht ausnutzen. Anders als beimLandhaufe verhält es fich beim Kleinhaufe. Hier werden ganze Siedlungen im großen hergeftellt,wobei die Bedürfniffe der Bewohner einfacher find und felbft wenn fie verfchieden find, auf gewifTeGrundformen zurückgeführt werden können. Hier bietet alfo die fortlaufende Wiederholungeiner Hausform wirkliche Vorteile. Sie liegen vor allem auf wirtfchaftlichem Gebiete. Aber felbsthier noch wird die heute fo viel genannte Typifierung gerade im Grundriß vielfach überfchätzt.

Im Landhausbau hat fich feit zwanzig Jahren in Deutfchland eine neue Auffaffung Bahngebrochen. Man könnte fagen: an Stelle derVilla" ist dasLandhaus" getreten. Die Villa,deren Glanzzeit in Deutfchland etwa die achtziger und neunziger Jahre ausfüllt, trat hoch ausdem Boden heraus, fie hatte, die ftädtifche Bauart übernehmend, ein bewohntes Untergefchoß.Daraus folgte, daß das Erdgefchoß etwa mannshoch über den Boden gehoben war. Sie richteteihreFalfade" und die dahinter liegenden Hauptwohnräume nach der Straße. Das Landhaus da=gegen wendet feine Wohnfeite nicht der Straße, fondern dem Garten und der Sonne zu. Es berührtfich mit feiner gärtnerifchen Umgebung fo innig, daß der Bewohner ebenerdig ins Freie hinaustretenkann , es ift breit gelagert. Im Inneren find die Unterfchiede zwifchen Villa und Landhaus nicht geringerals im Äußeren. Sie können kurz dahin gekennzeichnet werden, daß an die Stelle der früheren,aus der ftädtifchen Mietwohnung übernommenen Großartigkeit die Wohnlichkeit, Bequemlichkeitund Behaglichkeit getreten find.

An der Einführung diefer neuen Art des Landhaufes glaubt der Verfaller einen befcheidenenAnteil beanfpruchen zu können. Die Bewegung wurde eingeleitet durch deffen vor zwanzig JahrenerfchienenesWerk:Das englifche Haus", deffen Lehren umwälzend, und zwar nicht nur in Deutfch^land, gewirkt haben. In den zahlreichen Hausbauten, die der Verfalfer feitdem ausgeführt hat, findetfich die neue Auffaffung beftätigt, allerdings ohne daß in irgend einer Weife englifche Architektur»eigentümlichkeiten nachgeahmt wären. Wenn bei uns zeit= und teilweife eine englifche Mode her=aufgekommen ift, fo wird diefe meift von Unkundigen geübt, die nichts anderes als die fremdenÄußerlichkeiten aufgenommen haben, ohne aber das zu erfaffen, worauf es im englifchen Hausbauankommt: Vernunftgemäße Anlage, äußerfte Bequemlichkeit, unvoreingenommene Geftaltung, an=ftändige Baugefinnung.

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