Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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sitzt nun dieser brave Kaufmann mit offenem Munde undbewundert Florine, obne eine Ahnung zu haben, daß manihm dreißigtausend Franken aus der Tasche holen wird!"„Schon wieder eine Dummheit! Stiehlt man sie ihm denn?"rief Lousteau. „Aber, mein Lieber, wenn der Minister dasBlatt kauft, dann bekommt der Drogist binnen einemhalben Jahr vielleicht fünfzigtausend Franken für seinedreißigtausend. Und ferner wird Matifat nicht an dasBlatt denken, sondern an die Interessen Florines. Wennman erfährt, daß Matifat und Camusot — denn sie sollenwich in das Geschäft teilen — eine Zeitschrift besitzen, dannbringen alle Blätter freundliche Artikel für Florine undCoralie. Florine wird berühmt werden, sie bekommt viel-leicht an einem andern Theater ein Engagement für zwölf-tausend Franken. Und schließlich spart Matifat dietausend Franken, die ihm jeden Monat die Geschenkeund die Diners für die Journalisten kosten würden. Sieverstehen nichts von den Menschen und nichts vom Ge-schäft." „Der arme Mann!" sagte Lucien. „Er hofft aufeine genußreiche Nacht." „Und", fuhr Lousteau fort,„wird mit tausend Gründen gefoltert, bis er Florine dieQuittung für das Sechstel gezeigt hat, das er Finot ab-kaufen muß. Und am nächsten Tag bin ich Chefredakteurund verdiene tausend Franken im Monat. Die Zeit meinesElends ist zu Ende!"

Lousteau ging. Lucien war wie betäubt. Er war tiefin Gedanken versunken über die Welt, wie sie ist. Er hattein den Holzgalerien die Schliche des Buchhandels und dieKüche des Ruhms kennen gelernt, er war hinter denKulissen des Theaters gewesen und gewahrte jetzt, wiees im Innern der Menschen aussah, er sah das Räderspieldes Pariser Lebens, den Mechanismus jedes Dings. Erhatte Lousteau, als er Florine auf der Bühne bewunderte,um sein Glück beneidet. Er hatte schon ein paar Augen-

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