Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
356
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die Vorgänge angreifen oder verteidigen, dabei kannst dudoch Haß und Freundschaft pflegen, soweit das meinerPolitik nicht in die Quere kommt. Vielleicht werde ichMinisterieller oder Ultra, das weiß ich noch nicht; aberunier der Hand will ich meine liberalen Beziehungenpflegen. Ich sage dir alles, du bist ein guter Kerl. Viel-leicht überlasse ich dir die Kammerberichte in dem Blatt,für das ich sie mache, ich kann sie jedenfalls nicht be-halten. Sorge also dafür, daß Florine das Geschäftchenzustande bringt, aber sie muß ihrem Drogisten tüchtig zu-setzen: ich habe nur vierundzwanzig Stunden, in denenich zurücktreten kann, wenn ich nicht zahlen kann. Dau-riat hat das andere Drittel für dreißigtausend Frankenseinem Drucker und seinem Papierlieferanten verkauft.Er für sein Teil hat sein Drittel umsonst und gewinnt nochzehntausend Franken, weil das Ganze ihm nur fünfzig-tausend kostet, aber in einem Jahr wird die Revue denHof zweihunderttausend Franken kosten, wenn er, wieman munkelt, den guten Einfall hat, die Zeitungen auf-zukaufen und zu amortisieren." „Du hast Glück," riefLousteau. „Wenn du die Zeiten des Elends durchgemachthättest, die ich hinter mir habe, würdest du das Wortnicht gebrauchen. Aber siehst du, auch jetzt noch gibtes für mich ein Unglück, gegen das es kein Mittel gibt:ich bin der Sohn eines Hutmachers, der noch in der Ruedu Coq seine Hüte verkauft. Da könnte mir nur eineRevolution helfen; und in Ermangelung einer Umwälzungder Gesellschaft muß ich Millionen haben. Ich weiß nicht,ob von den beiden Dingen die Revolution nicht das Leich-tere ist. Wenn ich den Namen deines Freundes führte,wäre ich fein raus. Still, da kommt der Direktor. Adieu!'"sagte Finot und stand auf. „Ich gehe in die Oper, morgenhabe ich vielleicht ein Duell: ich schreibe einen zer-schmetternden Artikel gegen zwei Tänzerinnen, deren

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