Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

Augenblick gekränkt werden konnte. Die berühmte) 1Männer einer Zeit müssen in der Einsamkeit leben. SmQsie nickt wie die Vögel des Waldes? Sie singen, sie b e 'zaubern die Natur und niemand soll sie gewahren, kowird es mit mir sein, wenn anders ich irgend die ehrgeizigenEntwürfe meines Geistes verwirklichen kann. Ich traWFrau von Bargeton nicht nach. Eine Frau, die sich sobenimmt, verdient nicht, daß man ihrer gedenkt. Ich t» edauere auch nicht, Angouleme verlassen zu haben. DiesFrau hat gut daran getan, daß sie mich nach Paris schleu-derte und mich hier meiner eigenen Kraft überließ. "asist der Ort für Schriftsteller, Denker, Dichter. Hier alle" 1gedeiht der Ruhm, und ich kenne die schönen Früchte, dieer heutzutage hervorbringt. Hier allein können die Sehr»*"steller in den Museen und Sammlungen die lebendige 11Werke der Geister der Vergangenheit finden, die die Phan-tasie erwärmen und anregen. Hier allein bieten die riesigeiBibliotheken, die immer geöffnet sind, dem Geiste Nahrungund Belehrung. In Paris endlich liegt in der Luft und mden geringsten Kleinigkeiten ein Geist, der eingeatmetwird und sich in den literarischen Schöpfungen ausprägt'Man lernt in einer halben Stunde durch ein Kaffeehaus-gespräch oder im Theater mehr, als in der Provinz in zehnJahren. Wahrhaftig, hier ist alles Schauspiel, dient derVergleichung und Belehrung. Über die Maßen billig, uJ1 'glaublich teuer: das ist Paris. Hier findet jede Biene ihr eWabe, jede Seele eignet sich an, was zu ihr gehört. I cnhabe also in diesem Augenblick manches zu leiden, abernichts zu bereuen. Im Gegenteil, eine schöne Zukunft tutsich vor mir auf und erquickt mein Herz, das für einenAugenblick im Schmerz untergetaucht war. Lebwohl, hebeSchwester. Erwarte nicht, regelmäßig Briefe von mir zuerhalten: es ist eine der Eigentümlichkeiten von Paris, daßman wahrhaftig nicht weiß, wie die Zeit vergeht. Das

240