Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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gewiß freundlich aufnehmen. Herr von Rubempre kommtv °n Angouleme und ist jedenfalls Ihrer Fürsprache beidenen, die hier das Genie zur Geltung bringen helfen, be-dürftig. Es fehlt ihm leider noch an Feinden, die ihn mitihren Angriffen berühmt machen könnten. Wäre es nichtoriginell genug, den Versuch zu machen, ihn durch dieFreundschaft zu dem gelangen zu lassen, was Ihnen vomHasse zuteil wird?"

Die vier Personen betrachteten Lucien, solange die Mar-kise sprach. Von Marsay nahm seine Lorgnette, um denAnkömmling anzusehen, obwohl er nur zwei Schritte vonlr un entfernt war; sein Blick ging von Lucien zu Frau von■^argeton und von ihr zu ihm, man sah in seinen Mienen dieboshaften Gedanken, mit denen er sie zueinander gesellte,Un d sie waren beide überaus peinlich berührt; er prüfte sieWie zwei absonderliche Tiere und lächelte. Dieses LächelnWa ? ein Stich ins Herz für unsern großen Mann aus der"i'ovinz. Felix von Vandenesse machte ein mitleidiges Ge-sicht, Montriveau warf einen Blick auf Lucien, mit demer ihn bis auf die Knochen durchdrang.

»Meine Gnädige," sagte Herr von Canalis und verbeugteSlc h, „ich gehorche Ihnen, obwohl unser persönliches Inter-esse uns befiehlt, unsere Nebenbuhler nicht zu fördern;a °er Sie haben uns ans Wunderbare gewöhnt." „Schön,machen Sie mir also das Vergnügen und kommen SieMontag mit Herrn von Rubempre zu mir zum Diner, Siew erden dort gemütlicher über literarische Dinge mitein-ander plaudern können, als hier; ich will versuchen, einigevon den Literaturtyrannen und Berühmtheiten aufzu-treiben, den Verfasser von ,Ourika' und einige wohl-meinende junge Dichter." „Frau Marquise," sagte von Mar-Sa y> „wenn Sie den Herrn wegen seines Geistes unter Ihreu ohut nehmen, so will ich mich wegen seiner Schönheitseiner annehmen; ich werde ihm Batschläge geben, die

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