Neigung des Kopfes dankte. Eine Frau von Welt siehtalles, und so bemerkte die Marquise die auffallend vor-nehme Erscheinung Chätelets. In diesem Augenblick be-traten nacheinander vier Personen die Loge der Marquise,v ier Pariser Berühmtheiten.
Der erste war Herr von Marsay. Dieser Mann war be-rühmt durch die Leidenschaften, die er hervorrief; er warbesonders durch eine mädchenhafte, weichliche, weibischeSchönheit auffallend, die aber durch einen festen, ruhigenBlick gehoben wurde, der fahlrot und scharf wie der einesTigers war; er wurde gehebt und gefürchtet. Lucien warebenso schön; aber bei ihm war der Blick so sanft, seinblaues Auge war so hell, daß er nicht der rechte Mann fürdie Kraft und Stärke schien, durch die so viele Weibergewonnen werden. Überdies gab es noch nichts, was denDichter zur Geltung brachte, während Marsay eine Leben-digkeit des Geistes, eine Siegesgewißheit und eine seinerNatur entsprechende Kleidung hatte, lauter Eigenschaften,die alle seine Rivalen ausstachen. Man versteht nun, wasm seiner Nachbarschaft Lucien sein konnte, der steif,stutzerhaft aufgeputzt, hölzern und neu wie seine KleiderWar! Von Marsay hatte durch den Geist, den er hinein-legte, und durch die anmutigen Manieren, mit denen er siebegleitete, das Recht erobert, Keckheiten zu sagen. SeinEmpfang durch die Marquise zeigte Frau von Bargetonschnell die Macht dieses Menschen. Der zweite war dereine der beiden Vandenesse, der, der den Skandal mit derLady Dudley gehabt hatte, ein sanfter, geistiger, beschei-dener junger Mann, der durch Eigenschaften Erfolg hatte,die denen, deren sieh von Marsay rühmte, ganz entgegen-gesetzt waren, und den die Cousine der Marquise, FrauVon Mortsauf, ihr warm empfohlen hatte. Der dritte warder General von Montriveau, der an dem Untergang derHerzogin von Langeais schuld war. Der vierte war Herr
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