David kaufte, in Einklang zu bringen. Dieser kleine Wett-kampf der Liebe und Großmut mußte die beiden Gattendazu bringen, im Anfang ihrer Ehe inmitten aller Zeicheneines bürgerlichen Wohlstandes, der in einer zurückge-bliebenen Stadt, wie es damals Angouleme war, für Luxusgelten mußte, Entbehrungen zu leiden. In dem Augen-blick, wo Lucien seine Mutter und David in das Schlaf-zimmer hineingehen sah, um sich an der blau und weißenWandbespannung und den hübschen Möbeln zu erfreuen,schlich er zu Frau von Bargeton. Er traf Nai's beim Früh-stück mit ihrem Manne, dem der MorgenspaziergangAppetit gemacht hatte, und der aß, ohne sich um das,was vorgefallen war, im geringsten zu kümmern. Herrvon Negrepelisse, der alte Landedelmann, eine imposanteGestalt, ein Überrest des alten französischen Adels, warbei seiner Tochter. Als Gentil Herrn von Rubempre g c 'meldet hatte, warf ihm der weißhaarige Alte den forschen-den Blick eines Vaters zu, der den Mann, den seine Tochterausgezeichnet hat, schnell kennen lernen will. Die un-gewöhnliche Schönheit Luciens berührte ihn so stark, dater einen billigenden Blick nicht zurückhalten konnte; aberer schien in dem Verhältnis seiner Tochter zu dem junge 11Mann mehr eine flüchtige Liebschaft, eine Laune zu sehen,als einen dauernden Liebesbund. Man hatte zu Ende g e 'frühstückt, Louise konnte sich erheben und ihren Vaterund Herrn von Bargeton allein lassen. Sie machte Lucienein Zeichen, ihr zu folgen.
„Mein Freund," sagte sie, und ihre Stimme klang zu-gleich traurig und freudig, „ich gehe nach Paris, undmein Vater nimmt Bargeton nach l'Escarbas mit sich, w°er während meiner Abwesenheit bleiben wird. Madai» ed'Espard, eine geborene Blamont-Chauvry, mit der wirdurch die d'Espard, die ältesten Glieder der FamilieNegrepelisse, verwandt sind, ist jetzt von sich aus und
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