Urteile der Presse
über
J. Böhm, Praktische Erziehungslehre für Seminaristen und Volks-schullehrer. 3. Yerbcsserte Auflagre. 252 S. München, R. Oldenbourg.1896. Ministeriell g-cnehmijrt.
Deutsche Sclinle Heft 6, II. Jahrgang 1898. »Das vorliegende Buch, dessen ersteAuflage 1880 erschien, bietet eine treuliche Handreichung für den Seminarunterricht.Wiewohl bei dor pädagogischen Unterweisung nahezu alles von der Leben weckondenund Begeisterung entzündenden Persönlichkeit des Lehrers abhängt, so wird sieh dochein Hilfsmittel wie das Böhm'sche, namentlich für die Zwecke der Eopetition undspätoren Auffrischung, nicht als unnütz erweisen. Das Buch dient keiner Partei oderRichtung. Der rührige Verfasser hat die gesichorten Ergebnisse grundlegender Arbeitenin durchaus selbständiger Weise verwertet und von den eigenen reichen Erfahrungen soviel, als es der Zweck des Buches gestattet, hinzugefügt. Das Ganzo ist wohlgßgliedertund erscheint auch sprachlich in kleidsamem Gewände. Dichterstellen und andere Citatedienen vielfach zur Erläuterung oder Bestätigung der dargebotenen Fundamentalsätze.«Ludwigshafen a/Rh. H. J. Eisonhofer.
Fränkischer Knricr 1897 Nr. 53. »Der in der pädagogischen Welt rühmlichst be-kannte Verfasser bietet in diesem Buche die Früchte gründlicher Studien und einerreichen langjährigen Erfahrung. Nach einer Einleitung folgt die allgemeine und danndie angewandte Erziohungslehre. In der ersteren verdiont der psychologische Teil be-sondere Beachtung. Er entrollt ein Bild des Seelenlebens, das in allen seinen Zügendem Leser hell und deutlich entgegentritt. Ohne viel Mühe vermögen wir das Wachsendes (Jeistes zn verfolgen von den elementarsten Gebilden: Der Empfindung und Wahr-nehmung an bis zum freien Schaffen der Phantasie und der Entstehung logischer Be-griffe; ferner erhalten wir einen Überblick über die Mannigfaltigkeit dos Gofühls-und Willenslebens. Der natürliche Wille, der sich von Trieben, Begierden und Leiden-schaften leiten läfst, der verständige Wille, welcher immer nur nach der Nützlichkeit desGewollten fragt, und der vernünftigo Wille, welcher im Dienste der sittlichen Ideensteht, kommen nach und nach zu immer deutlicherem Bewufstsein. Vorzüglich ist auchdie Behandlung dor geistigen Erziehung, namentlich der Willensbildung, die unterfortwährender Bezugnahme auf den grundlegenden psychologischen Teil ausgeführtwird. Das Buch wurde in der Fachpresse äufserst günstig beurteilt. Es kann im Hinblickauf die Gediegenheit seines Inhalts,, die übersichtliche Anordnung des Stoffes, die klare,korrekte Durstellung und den ernsten sittlichen Geist, der es durchweht, aufs Angelegent-lichste zum Studium empfohlen werden.«
Kepertorlum «1er Pädagogik, 51. Jahrg., Heft 5. »In verhältnismäfsig kurzer Zeitwurdo eine Neu-Auflage diesos von dor Gosamtkritik allgemein als vorzüglich an-erkannten Werkes notwendig. Dasselbe ist eine willkommene Erscheinung in einer Zeit,in der so manches Experimentale über Erziehung und Unterricht geschrieben wird. Esist für uns etwas Anheimelndes, hier den Niederschlag langjähriger, pädagogischerStudien und Erfahrungen zu treffen, die im Verhältnis zu dem unfertigen Hin- undHortasten manch anderer klar goordnet, scharf begrenzt, bestimmt und schön ein-gokleidet sind. Mehr als langatmige, philosophisch geschraubte Ausführungen unter-weisen liier einfache Sprüche, dichterische Sontonzen, biblische und literarische Exempel.Oder läfst sich, um nur ein Beispiel anzuführen, dor Unterschied zwischen verständigemund vernünftigem Willen besser erläutern, als aus dem Gespräch zwischen Teil und demFischer Ruodi über Baumgartens Rettung? (s. S. 99.) Dabei ist aber durchaus strengwissenschaftlich und logisch richtig verfahren: streng wissenschaftlieh, indem die Er-gebnisse aller Forschungen auf dem Gebiete der Körper- und Seolenlehrc, auch derneuesten, zu Rate gezogen wurden; logisch richtig, wie unter anderem die klarenDefinitionen und dlo Einteilung des Begriffes »Erziohungslehre« am Schlufs der all-gemeinen Einleitung beweisen. Zudom durchweht das Ganzo dor Geist hohen, sittlichenErnstes. Aus der Praxis ontstandon, wird es derselben in erster Linie auch dienen.Allein vormögo der mit ganz besonderem Geschick und reicher Fachkenntnis angelegtenDurchführung wird es nicht nur dem Seminariston ein liobes Lehrbuch sein, sondernihm auch als Lehrer und Erzieher dor praktische und doch ideale Führer bleiben, derihm immer den rechton Weg zeigt und in seiner pädagogischen Bibliothek einen Ehren-platz verdient.«
Aschaffenburg. J. Schober.
Pfälzische Lelirerzeltnng 1896 Nr. 50. »Zu don godiegenston Erzeugnissen derpädagogischen Literatur gehören seit vielen Jahren die verschiedenen Schriften desSeminarlehrors und früheren Landtagsabgoordnotou Böhm in Altdorf. Von einem seinerHauptwerke ist jüngst der I. Teil, dio »Praktische Erziehungslohro« , in 3.,. ver-besserter Auflage erschienen. Es gereicht uns zur Frendo, diesos gehaltvolle Buch an-zeigen und bostons empfohlen zu können. Was don beiden früheren Auflagen, dio sehrschnell grofso Verbreitung und allseitige Anerkennung fanden, nachgerühmt werdenkonnte: Gründlichkeit in der Auswahl, Übersichtlichkeit in dor Anordnung, Schönheitund Klarheit in der sprachlichen Darstellung des Stoffes, Schärfe der Begriffs-bestimmungen, glücklicho Wahl der veranschaulichenden Beispiele aus Erfahrung, Ge-schichte und Literatur, goschickte Erläuterung dos Toxtos durch Hinweise auf klassischeAussprüche unserer besten Donkor und Dichter, — das alles weist die 3. Auflage invermehrtem, erhöhtem Marso auf. Wir können sie daher angehenden Kollegon, die ihreHauptwissenschaft, dio Pädagogik, gründlich studieren und nach all ihren Beziehungen