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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 122.

Sprüche.

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Was wird aber ein nach dem Heil begieriger Sünder thun? —

IV. Er wird das Evangelium ohne Furcht vor Spott undFeindschaft der Welt im Glauben ergreifen.

Auch Nicodemus ist nicht so ängstlich geblieben. Bei welchemEreignis begegnen wir ihm wieder mit einem anderen vornehmenManne? — Bei dem Begräbnisse Jesu.

Was konnten da auch die Feinde sehen ? — Dals er ein JüngerJesu war.

Wodurch hat er das gezeigt? — Dadurch, dal's er geholfen hat,Jesuin zu begraben.

Da konnte er so sagen, wie ihr es in unserem Spruche vondem Apostel Paulus leset: Ich schäme mich des Evangelii vonChristo nicht. Als der Apostel Paulus das schrieb, war er in dergrofsen griechischen Handelsstadt Korinth; und Avie er in demselbenBriefe schreibt, hatte er den Plan, auch nach Rom zu gehen, in dieHauptstadt der mächtigen römischen Kaiser. Was wollte er auchdort thun? — Er wollte das Evangelium predigen.

Schliefslich ist er auch nach Rom gekommen; freilich als Ge-fangener ; es ging ihm so, wie es später vielen Christen erging, dieum ihres Glaubens willen gefangen genommen wurden. Wodurchhätten diese alle sich dem Kerker und Tod entziehen können? -Dadurch, dafs sie ihren Glauben verleugnet hätten.

Aber sie sprachen, selbst von Knaben wird uns das erzählt,getrost: ich bin ein Christ. Wie nennen wir eine solche Aussage?— Ein Bekenntnis.

Erinnert euch an Nicodemus beim Begräbnisse Jesu. Daskönnten wir auch ein Bekenntnis nennen. Wodurch unterscheidetes sich von diesen Bekenntnissen? — Es war ein Bekenntnis mitder That.

Wir wollen also in That und Wort das Evangelium von Christobekennen. Welche Verheifsung gibt der Herr denen, die ihn be-kennen? — Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ichauch bekennen vor meinem himmlischen Vater.

Wozu dient also solches Bekenntnis einem Gläubigen? —Zum Heil.

Aber noch mehr dürfen wir von solchen Bekenncrn aussagen.Der Herr Jesus hat einmal gesagt: Wer an mich glaubet, von defsLeibe werden Ströme des lebendigen AVassers fliefsen. Da ver-gleicht er die Gläubigen mit Brunnquellen, an denen Durstige sicherquicken können. Dem verschmachtenden Ismacl und seinerMutter zeigte Gott einst einen Brunnquell in der Wüste. Was wäreohne ihn ans Ismael geworden? — Er wäre verschmachtet.

So mul's der Mensch ohne die erquickende Gnade Gottes ver-schmachten. Da kann ein Gläubiger für andere zum grofsen Segenwerden. Was kann er wie einen frischen Trunk ihnen bieten? —Das Evangelium von Christo.

Wann thüt er das? — Wenn er dasselbe bekennt vor denMenschen.

Dadurch hilft er mit, die Welt zu retten.

V. Darum sei unser Entschlufs: Wir wollen das Evangeliumvon Christo in Wort und That vor der Welt bekennenzu unserem Heil und zur Rettung der Welt.