§ 121. V. Methode des Unterrichts im besonderen.
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2. Das Bibellesen.
Der Unterricht in der biblischen Geschichte wird ergänztdurch das der Oberklasse vorbebaltene Bibellesen. Da dieBibel eine Sammlung von vielen heiligen Schriften ist, mufsder Schüler zunächst über die Ordnung und Reihenfolgeder einzelnen biblischen Bücher orientiert werden.Die Rubriken »Altes Testament« — »Neues Testament« undin beiden die Abteilungen »Oeschichtsbücher« — »Lehr-schriften« — »Prophetische Schriften« sind zunächst einzu-prägen,, alsdann lasse man die einzelnen Bücher, welche unterdiesen Überschriften zusammengefafst sind, zuerst der Reihenach, dann aufser der Reihe aufschlagen. Die Schüler werdenbald imstande sein, jede vom Lehrer angegebene Bibelstelleaufzufinden. Man achte nur darauf, dafs schon die äufsereHandhabung der Bibel in würdiger Weise geschehe, wie dennüberhaupt in der Bibellesestunde nie die Empfindung verlorengehen darf, dal's man es mit einem heiligen Buch zuthun habe.
Dem Lesen der einzelnen Abschnitte geht eine kurzeEinleitung voraus, welche die das Verständnis ermöglichen-den Erklärungen gibt. Von der Lektüre eines ganzen bib-lischen Buches wird das Wichtigste über den Verfasserund seine Zeit, sowie über den Gesamtinhalt seiner Schriftmitgeteilt.
Das Lesen geschieht in der Regel durch die Schüler.Es geschehe langsam, deutlich, würdig und mit richtiger Be-tonung. Besonders wichtige Kapitel, wie Jes. 53 oder 1 Cor. 13lese jedoch zur Erzielung eines gröfseren Eindruckes derLehrer vor. Die nötigen Sach- und Worterklärungen gebeder Lehrer während des Lesens in kurzen Worten. Bei derbilderreichen Sprache der Bibel sei er bedacht, die im Texteselbst dargebotenen Anschauungsmittel (man denkean die bildlichen Ausdrücke »Licht«, »Weg« u. s. w.) zu be-nützen. Gelesen wird in einzelnen Absätzen, an derenSchlufs es sich empfiehlt, auch die Schüler zu kurzen In-haltsangaben anzuleiten, an deren Hand hinwieder dieRekapitulation des Gelesenen geschieht.
Die heilige Schrift redet von uns und zu uns (vergl.das Wort Nathans: »Du bist der Mann!«). Wie wir bei einem