§ 121. V. Methode des Unterrichts im besonderen.
Person und dem Werke Christi jederzeit ein wesentlicherRaum vorbehalten bleibe. Umgekehrt mag es wünschens-wert sein, dafs auf der Mittelstufe ein volles Jahr der Behand-lung der neutestamentlichen Geschichte vorbehalten werde.Darüber, ob die einzelne Geschichte nur einmal im Laufeder gesamten Schulzeit behandelt werden soll, oder ob anfverschiedenen Altersstufen die heilige Geschichte in ihrerGesamtheit auftreten möge, so dafs im ersten Unterricht derGrundstock gegeben werde, welcher im Falle der wiederholtenBehandlung beständig stofflich und inhaltlich erweitert wird(Unterricht in konzentrischen Kreisen), sind die An-schauungen geteilt. In Schulen mit kombinierten Klassen,namentlich aber in Ganzschulen, ist nur die zuletzt angeführteBehandlungsweise denkbar.
A. Die methodische Behandl un g in den unterenKlassen hat so zu geschehen, dafs der Lehrer die Geschichteanschaulich erzählt. Die unmittelbare Wirkung derselbenwird sehr abgeschwächt, sobald sie gelesen wird. Hat sichder Katechet vorher dessen vergewissert, was die Kinderzum Verständnis der neuen Geschichte bereits mitbringen,so wird seine Erzählung auf einen fruchtbareren Bodenfallen, als wenn er etwa nur mit der Ankündigung der Über-schrift seine Darstellung beginnt. Der Erzählung gehe alsoin der Regel eine kurze Vorbereitung voraus. DieSprache sei kindesgemäfs und edel zugleich, möglichsteAnnäherung an die Bibelsprache ist zu empfehlen; inder Ausmalung dessen, was in der Bibel oftmals nur kurzangedeutet ist, hüte man sich vor Weitschweifigkeit.
Die Erzählung geschieht in Absätzen, welche nichtzu groi's sein dürfen. Durch Fragen, welche der logischenGliederung der Geschichte entsprechen und nicht lediglichformaler Art (z. B. was geschah dann V) sein dürfen, wirddas Kind zur Wiedergabe aufgefordert. Mit der Darbietungder Geschichte verbindet sich so die Einprägung. Hieranschliefst sich die Besprechung der Geschichte. Das, wasuns die Geschichte in religiöser und sittlicher Hinsicht lehrt,wird besonders betont und, wo es ohne Zwang und Künsteleigeschehen kann, in einen kurzen Denkspruch, Vers,Katechismustext (z. B. bei Kain und Abel: »Du sollst