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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 115 a. Der Unterricht in den Handfertigkeiten für Knaben. 393

fache Antriebe zur Übung ' der Hand und Aufgaben für das tech-nische Geschick. Vor allem ist es der Zeichenunterricht (inVerbindung mit der Raumlehre), der die Hand durch Nach-bildung der elementaren Formen mit dem Zeichenstifte, das Augedurch Beobachtung, Schätzung und Messung der Linien, Grölsen etc.zweckmäfsig in Übung setzt.

>Die Gerade und ihre Verbindung in Figuren, der Kreis, das Oval,die Spiral- und die Schneckenlinie einerseits und Würfel, Säule, Kegelund Kugel anderseits sind daher die Grundformen für den elementarenUnterricht wie im Zeichnen, so auch bei der Handfertigkeit. Eng andiese schliefsen sich noch als elementarische Gebilde die stilisiertenNatur- und Kunstformen an.

Die Raumlehre übt Hand und Auge durch Messen undZeichnen der Körper, durch plastische Nachbildungen, bei welchender Körper in seinen 3 Dimensionen herzustellen ist (Ausschneidendesselben aus Rüben, Nachbilden aus Thon, Pappe etc.). ImRechenunterricht geschieht es durch Operieren der Schülermit den Kugeln, Scheiben, an der Rechenmaschine, durch Teilen,Messen etc.; im Geographieunterricht (Heimatkunde), woKartenlesen und -Zeichnen schon von Wert sind, wird die Spracheder Landkarte viel besser verstanden, wenn der Schüler gewissetypische Formen der Erhöhungen und Vertiefungen, Berge undThäler selbst aus Sand, Thon etc. ausgeführt hat. In hervor-ragender Weise bietet auch der Unterricht in der NaturkundeGelegenheit zur Übung in der Handfertigkeit. Die Gegenstände derNaturgeschichte geben Veranlassung nicht nur zum Zeichnen der-selben, sondern auch zum Präparieren, Sammeln, Aufbewahren; dieNaturlehre fordert die Anfertigung von Apparaten und das Experi-mentieren etc. Für die Bildung ist aber die Aneignung jeglicherGeschicklichkeit von Wert, wenn sie den Beweis klarer Auffassungund richtigen Verständnisses erbringt.

Technische Hilfsmittel und Materialien: Bleistift, Reifs-feder, Lineal, Winkeleisen, Zirkel, Messer, Farbe, Pinsel, Leim, Schneid-brett, Sand, Thon, Pappe.

III. Methodisches.

Obwohl die Pflege der Handfertigkeit in der Schule schonfrühe (Schreiben) beginnt, steigert sie sich doch mit den Jahrenund findet besondere Betonung von dem Zeitpunkt an, mit welchemdas Interesse der Schüler an ernstem Wollen und Handeln sichkundgibt, also auf der Mittel- und Oberstufe. Die zu gebende An-leitung mufs schulrnäfsiger Klassenunterricht sein, den pädagogischenGrundsätzen, insbesondere den in § 27 enthaltenen methodischen