Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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David hatte aus Paris geheime Ersparnisse mitgebracht,die er für die notwendigen Kosten, seiner Verehelichungund für den Aufbau des zweiten Stockwerks des väter-lichen Hauses bestimmte. Dieses Haus vergrößern, hießdoch für sich selbst arbeiten. Früher oder später mußtees ihm anheimfallen; sein Vater war achtundsiebzig Jahrealt. Der Buchdrucker ließ also die Wohnung Luciens ausFach werk errichten, um die alten Mauern des rissigenHauses nicht zu überlasten. Es machte ihm Freude, dieWohnung im ersten Stock, wo die schöne Eva ihr Lebenverbringen sollte, artig einzurichten und zu schmücken.Es war für die beiden Freunde eine Zeit ungemischterHeiterkeit und Freude. Lucien war wohl der erbärmlichenVerhältnisse des Provinzdaseins müde und hatte dieschmutzige Knickrigkeit satt, die aus einem Hundertsous-stück eine enorme Summe machte, aber er ertrug doch,ohne zu klagen, die Genauigkeit des Elends und seine Ent-behrungen. Seine düstere Melancholie war dem strahlendenAusdruck der Hoffnung gewichen. Er sah über seinemHaupte einen Stern strahlen; er träumte von einem schönenDasein, wobei er sein Glück auf dem Grabe des Herrn vonBargeton aufpflanzte, der von Zeit zu Zeit schwere Ver-dauungsstörungen und die glückliche Manie hatte, die Un-behaglichkeiten nach dem Mittagessen für eine Krankheitzu halten, die man mit denen nach dem Abendessen kurierenmüßte.

Im Anfang September war Lucien kein Faktor mehr, erwar Herr von Rubempre und wohnte, im Vergleich mi*der elenden Dachkammer, in der der kleine Chardon inHoumeau gehaust hatte, ganz prächtig; er war nicht mehreiner aus Houmeau, er bewohnte die Oberstadt Angoulenieund speiste nahezu viermal wöchentlich bei Frau vonBargeton. Monseigneur hatte eine Freundschaft für ihngefaßt und er fand Zutritt im Bischofspalast. Seiner Be-

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