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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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8. Der Unterricht in der Naturkunde.

5. Beginne mit der Betrachtung einzelner Naturkörper und lasse indenselben das Allgemeine erkennen.

6. Führe dem Schüler die Naturkörper soviel als möglich selbst vor,und lasse sie ihn mit eigenen Augen betrachten, selbst beschreiben undanordnen.

7. Erneuere die gehabten Anschauungen öfters.

8. Befähige die Schüler zum selbständigen Untersueben und Be-obachten von Naturkörpern.

Lüben ist es bei seinem Unterricht hauptsächlich um denAufbau des Systems zu thun (Arten, Gattungen, Familien undKlassen), und es unterliegt keinem Zweifel, dafs er sich um dieVerbesserung der beschreibenden und systematischenMethode grofse Verdienste erworben hat. Seine Grundsätze fandenauch unter den Pädagogen Anerkennung, und die meisten derspäteren Bearbeiter des in Rede stehenden Gegenstandes nahmensich dieselben zum Vorbild.

In neuester Zeit wird die ausschliefslich beschreibende undsystematisierende Methode im Naturgeschichtsunterricht von ver-schiedenen Schulmännern verlassen und dafür das Zusammen-sein der Naturobjekte im Räume (d. h. im Garten, auf derWiese, im Wald, im Wasser u. s. w.) und die dadurch bedingtegegenseitige Abhängigkeit derselben in den Vordergrundgestellt. Man geht hiebei von der gewifs richtigen Voraussetzungaus, dafs die Kenntnis des wissenschaftlichen Systems an und fürsich für die Volksschule nur einen geringen Wert habe, dafs da-gegen die Vorführung und Betrachtung der Objekte in natür-lichen Gruppen, in Lebensgemeinschaften, für dasKinder- und Volksleben von hoher Bedeutung sei.

Für den physikalischen Unterricht hat Diesterwegzuerst die richtigen Grundsätze aufgestellt. Als Zweck desselbenbezeichnet er:

1. >Die möglichst vollständige Kenntnis der Erscheinungen undThatsachen in der Natur selbst.

2. Die Erkenntnis ihres rogel- oder gesetzm äfsigen Verlaufs.8. Die Erforschung der sie erzeugenden Ursachen.«

Den ersten Versuch, diese Grundsätze zu realisieren, machteHeufsi 1838, indem er den physikalischen Unterrichtsstoff derartauf drei Kurse verteilte, dafs in dem ersten die Erscheinungen,in dem zweiten die Gesetze, in dem dritten die Kräfte zurBehandlung kommen sollten — ein Verfahren, das sich nichtdurchführen läfst, da es naturwidrig ist, die drei Fragen nach demWas? Wie? Warum? auf Jahre voneinander zu trennen. Späterwurde dieser Gegenstand von verschiedenen Seiten besser metho-disch bearbeitet.