nicht gerechnet. Ah! Dient dein Witz zu nichts weiter,als daß du glaubst, ich werde dich für deine schönen Ge-fühle belohnen und dir Paläste bauen? . . . Aber wirdman nicht wahrhaftig sagen, das Haus, in dem du wohnst,hätte seit zweihundert Jahren nur Schweine beherbergt,und deine Tochter des Houmeau könnte sich dort nichtins Bett legen. Ah, sieh mal an! Sie ist wohl die KöniginFrankreichs?" „Schon gut, Vater, ich werde den zweitenStock auf meine Kosten bauen, der Sohn wird den Vaterbereichern. Das ist zwar die verkehrte Welt, aber eskommt manchmal vor." „Wie! mein Söhnchen, du hastGeld zum Bauen, und du hast keins, um die Miete zubezahlen? Spitzbube! Du betrügst deinen Vater."
Diese Frage war schwer zu beantworten, und der Altewar entzückt, seinen Sohn in eine Verlegenheit zu bringen,die es ihm möglich machte, ihm nichts zu geben unddoch dabei nicht unväterlich zu erscheinen. Daher konnteDavid von seinem Vater lediglich die einfache Zustimmungzu seiner Verehelichung und die Erlaubnis erlangen, aufseine eigenen Kosten in dem väterhchen Hause alle Um-bauten vornehmen zu lassen, die ihm nötig schienen. Deralte Bär, dieses Muster eines konservativen Vaters, warso gnädig gegen seinen Sohn, daß er die Miete nochstundete und ihm nicht die Ersparnisse nahm, die er un-klugerweise hatte sehen lassen. David kehrte traurig heim:er sah ein, daß er im Unglück nicht auf den Beistandseines Vaters rechnen konnte.
In ganz Angouleme war von nichts anderem die Rede,als von dem Wort des Bischofs und der Antwort der Frauvon Bargeton. Die geringsten Vorfälle wurden so entstellt,übertrieben und ausgeschmückt, daß unser Dichter derHeld des Tages wurde. Aus der obern Sphäre, in derdieses Unwetter des Klatsches und der Lästerungen tobte,fielen auch einige Tropfen für das Bürgertum ab. Als14S