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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Der Unterricht in der Geographie.

II. Denken. 1. Verknüpfung. Wir wollen nun die Po-Ebene mit der oberrheinischen Ebene vergleichen.

Welche Grenzen haben beide Ebenen? Beide haben Gebirgezu Grenzen (Alpen und Apennin; Schwarzwald und Odenwald,Wasgau und Haardt). Welcher Art ist ihre Bodengestalt und Be-wässerung? Beide sind Tiefebenen; beide werden von einem Haupt-flusse (Po und Rhein) durchzogen, der von den Grenzgebirgen zahl-reiche Nebenflüsse empfängt. Wie verhält es sich mit Klima undProdukten? Das Klima beider Ebenen ist mild und angenehm;gemeinschaftliche Bodenerzeugnisse sind Wein, Obst und Getreide.Wie steht es mit der Bevöikerungsdichtigkeit? Sie ist in beidenEbenen sehr bedeutend (150 Einw. per qkm). Welche Beschäfti-gungen treiben die Bewohner? Sie befassen sich in beiden Ebenenteils mit Landwirtschaft (Getreide-, Obst- und Weinbau, Viehzucht),teils mit Industrie. Was ist über die Städte zu bemerken? Siesind in beiden Gebieten sehr zahlreich. Was gilt vom Eisenbahn-netz der Ebenen? Dasselbe ist in beiden Ebenen gut ausgebaut;beide Ebenen werden auch von Hauptverkehrslinien durchzogen(KölnMainzBaselSt. Gotthard; Mont CenisTurinBologna;VeronaBologna).

2. Zusammenfassung. Tiefebenen, welche an Gebirge sichanlehnen, sind reich bewässert; bei' entsprechender geographischerLage erfreuen sie sich auch grofser Fruchtbarkeit und im Bereichemenschlicher Kultur zahlreicher Ansiedelungen, dichter Bevölkerungund vieler Verkehrswege.

III. Anwenden. Die Poebene ist mit Eintragung der Flüsse,der Städte und Eisenbahnlinien zu zeichnen.

§ 83,V. Zur Geschichte der Methodik des geographischen Unterrichtes.

Sechzehntes Jahrhundert.Die Erkunde wurde verhältnismäfsig spät in den Kreis desSchulunterrichts gezogen. Noch zur Zeit der Reformation erscheintdieselbe sehr selten in den Schulplänen; denn die Reformatorenverlegten im allgemeinen den Schwerpunkt des Unterrichts demGeiste der Zeit gemäfs in die religiösen und sprachlichen Diszi-plinen ; doch haben sie des Verständnisses für die Realgegenständekeineswegs ermangelt.

Siebzehntes Jahrhundert.Während im 16. Jahrhundert die Geographie selbst auf Mittel-schulen noch äulserst selten als Lehrgegenstand auftritt, fordert