§ 80. II. Geographischer Vorkursus.
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erschliefsen. Der richtig erteilte geographische Unterrichtwendet sich deshalb auch an die Denk- und Schlufskraftder Schüler.
6. Die Erdkunde bildet die Voraussetzung für eineReihe anderer Unterrichtsgegenstände; »ohne sie«,sagt Herbart, »fehlen den historischen Begebenheiten die Stellenund Distanzen, den Naturprodukten die Fundorte, der popu-lären Astronomie fehlt die ganze Anknüpfung, der geometrischenPhantasie eine der wichtigsten Anregungen«.
7. Von auf serordentlicher Wichtigkeit ist die Geographieselbstverständlich für die vaterländische Bildung; dennwodurch mehr als durch die Betonung der Vorzüge der Heimatwird Vaterlandsliebe und Anhänglichkeit an den heimatlichenBoden erweckt? Erst die Geographie lehrt uns in Wahrheitdes Dichters Wort verstehen, wenn er vom Vaterlande sagt:»Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft«.
8. Endlich kann nicht geleugnet werden, dafs der geo-graphische Unterricht eine das religiöse Gefühl bildendeKraft in sich birgt. Er läfst, richtig erteilt, unsern Planeten»als einen Inbegriff höchster Zweckmäfsigkeit, Schönheit undVortrefflichkeit« erscheinen, »als eine Gotteswelt, als eine Offen-barung göttlicher Weisheit in der Form einer sichtbaren Welt«.Ritter selbst weist auf dieses Moment hin, wenn er seinegröfste geographische Arbeit mit dem frommen Wunsche gleich-sam einsegnet: »Sie sei mein Lobgesang des Herrn«, und wenner für sein Porträt das Psalmwort zum Motto wählt: »DieHimmel erzählen die Ehre Gottes, und die Veste verkündetseiner Hände Werk«.
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II. Geographischer Vorkursus.
Heimatkunde.
Zweck. Die nächste Aufgabe der Heimatkunde bestehtdarin, den Schüler mit der Heimat und ihren Verhältnissenvertraut zu machen; ihr höchster und letzter Zweck aber ist,durch die Betrachtung heimatlicher Erscheinungen die Liebezur Heimat zu erwecken und zu pflegen.
Notwendigkeit. 1. Für den bei weitem gröfsten Teilder Menschen ist die Heimat der Schauplatz ihrer lebenslangen