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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Rechnen.

(10—90), mit den 9 letzten die Hunderter (100—900) dar. »Umaber bemerklich zu machen, dals die Buchstaben als Zahlzeichendienen sollten, versahen sie dieselben oben mit einem Striche; undwenn sie Zahlen darstellen wollten, welche aus Einern und Zehnernoder aus Einern, Zehnern und Hundertern zusammengesetzt waren,stellten sie zwei, beziehentlich drei Buchstaben nebeneinander, wiewir unsere Ziffern. Zur Darstellung gröfserer Ziffern fing man bei1000 mit dem Alphabet wieder von vorn an, indem man einenStrich unter die Buchstaben setzte etc.« (Dittes.)

Einen Schritt vorwärts machten die Römer. Sie bildeten ausihren Buchstaben eine eigene, bei uns allgemein bekannte Beziffe-rungsmethode. Dieselbe enthält ein Zehner- und gleichzeitig einFünfersystem. Als Zeichen wählten sie: I (1), V (5), X (10), L (50),C (100), D (500), M (1000). Auch eine Rechenmaschine erfanddieses alte Kulturvolk; es nannte dieselbe abäcus, d. i. Rechenbrett.Dieses Instrument ist für uns von besonderem Interesse, einmal,weil daraus die Art der Anschreibung unserer Ziffern entstand undandernteils das bis spät in das Mittelalter hinein in Deutschlandgebräuchliche Rechenbrett aus ihm sich entwickelte. 1 )

J ) Vor dem berühmten Staatsmann und Gelehrten Boetius besafsder Abakus folgende Gestalt: Auf einem Brette waren parallele Linien(Rinnen) eingegraben, die (nicht ganz in der Mitte) eine Unterbrechunghatten. Im oberen, kürzeren Teil der Rinne war je ein verschiebbarerKnopf befestigt, der Fünf bedeutete; der untere Teil der Rinne hatte

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Fig. 2.

Fig. 1.

vier solcher Knöpfe, wovon jeder Eins darstellte. An der Unterbrechungs-stelle waren folgende Zeichen angebracht: I (= Einer); X (= Zehner);0 (= Hunderter); (|) (= Tausender) u. s. w. bis zu den Millionen. Durchdie verschiedene Bedeutung der Stellen und der Knöpfe war es möglich,alle Zahlen darzustellen; man näherte einfach die Knöpfe den Unter-brechungsstellen ; die oben, beziehungsweise unten bleibenden gehörtennicht zur Zahl. Auf Figur 1 ist die Zahl 69 628 zusammengesetzt.