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1. Die Fibelstufe.
Die Normalwörtermethode hat dem Schreiblesen gegenüberden Vorzug, dafs der gröfste Teil der ersten Schulthätigkeiteinen gemeinsamen Mittelpunkt erhält, dafs also mit mehrSammlung und gegenseitiger Unterstützung der geistigen Kräftegearbeitet werden kann. —- Allein a) die an die Normalwörtergeknüpfte Anschauung entspricht nicht allen Zwecken desAnschauungsunterrichts, insbesondere ist sie keine genügendeGrundlage für den späteren Realunterricht; b) ein befriedigenderStufengang vom Leichten zum Schweren ist noch nicht her-gestellt, und es mangelt im Schreiben an der genetischen Ent-wickelnng der Formen. Wörter, welche für das Lesen leichtsind, bieten öfter erhebliche Schwierigkeiten für das Schreiben,so z. ß. Ast, Ei, Haus. Wo man hingegen der Schreibschwierig-keit Rechnung tragen will, greift man anfänglich zum Klein-schreiben der Hauptwörter und verstöfst dadurch gegen dieWahrheit des Unterrichtes. 1 )
§ 43.II. Aufgabe des ersten Leseunterrichts.
Die Aufgabe bezüglich des Lesens ist eine doppelte:1. das Kennenlernen der Lautzeichen in der deutschen Schreib-und Druckschrift, 2. das Verbinden derselben zu Silben, Wörternund Sätzen, d. i. ein lautrichtiges, langsames, aber dochsicheres Lesen. Je mehr Fertigkeit sich der Schüler imLesen erwirbt, desto leichter kann er nach und nach demInhalte des Gelesenen Rücksicht tragen, so dafs auch mitder Pflege des verständigen und schönen Lesens schonauf dieser Stufe wenigstens begonnen wird.
In gleicher Weise ist für das mit dem Lesen verbundeneSchreiben zu fordern: 1. die richtige und deutliche Darstellungder sämtlichen Lautzeichen in deutscher Kurrentschrift, 2. ihreVerbindung zu Silben, Wörtern und Sätzen und zwar a) auf-schreibend nach dem Diktate des Lehrers oder aus dem Ge-dächtnisse, b) abschreibend aus der Schreib- und Druckschriftder Fibel. .
J ) Die Normalwörtermetbode hat in Bayern wenig Verbreitung ge-funden.