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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 25. Die Unterrichtsstufen.

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baut sie dasselbe durch Anwendung und durch Erzeugung neuerGlieder weiter aus, so ist das Methode (fortschreitende-Be-sinnung). Klarheit, Assoziation, System und Methodesind also (nach Herbart) die Stufen des Unterrichts zur Ent-wicklung des Interesses. Er bringt dieselben in Verbindung mitdem Gange des Unterrichts, wobei er den analytischen und syn-thetischen unterscheidet.

, Erwähnt sei noch, dafs Herbart nicht von »methodischer Einheit«spricht, wohl aber von »kleinsten« — aber auch von gröfseren — »Gruppen«,in die der Stoff zerlegt werden müsse, die erst einzeln zur Klarheit- zubringen, dann zusammenzufassen und endlich mit anderen zu verbindenseien. (Vgl. »Karl Richter, Die Herbart-Zillersehen formalen Stufendes Unterrichts* und »Gleichmann, Herbarts Lehre von den Stufendes Unterrichts.« Dsgl. Stoy, Bartels, v. Sallwürk, Willmann.)

B. „Ziller" behält die Unterrichtsstufen Herbarts im allgemeinenbei, zerlegt jedoch die erste Stufe (Klarheit) in zwei Stufen, Analyseund Synthese, so dafs mit den übrigen 3 Stufen Herbarts —Assoziation, System und Methode — sich 5 Stufen ergeben.Er nennt sie Formalstufen, weil sie an keinen bestimmten Lehr-gegenstand gebunden sind. 1 ) Dr. Rein 2 ), der sie auf den Volks-schulunterricht anwandte, hat die ZillerscheBenennung der 5 formalenStufen durch deutsche Bezeichnungen ersetzt; 3 ) sie heifsen: 1. Vor-bereitung, 2. Darbietung, 3. Verknüpf ung, 4. Zusammen-fassung, 5. Anwendung. (Die folgenden Ausführungen darüberhalten sich zumeist an die untengenannten Werke.)

Jeder Unterrichtsstoff, der innerhalb eines längeren oder kürzerenZeitraumes zu behandeln ist, mufs in eine Reihe kleinerer Ab-schnitte, Pensen, zerlegt werden, die Ziller »methodische Ein-heiten« nennt. Diese dürfen nicht zu grofs sein, damit das ge-botene Material den Schüler nicht erdrücke oder das Behaltenerschwere, aber auch nicht zu klein, damit ihnen ein genügenderInhalt nicht fehle. Bevor die Behandlung einer solchen Einheitbeginnt, ist den Schülern der Inhalt derselben anzugeben, das „Ziel"zu bezeichnen, das erreicht werden soll. Hierdurch sollen dieaugenblicklich im Bewufstsein der Kinder befindlichen Vorstellungenverdrängt, den zu bearbeitenden neuen Vorstellungen Raum geschafft,es soll die Erwartung erregt, des Schülers Gedankenkreis auf dasNeue hingelenkt, eine günstige Stimmung für den Unterricht ge-schaffen und ein kräftiger Antrieb zum Wollen, zur selbstthätigen

') Vgl. Zill er, Vorlesungen über allgemeine Pädagogik. 2. Aufl. 1884,S. 163 ff.

2 ) Vgl. Dr. Rein, A Pickel u. Scheller, Theorie und Praxis desVolksschulunterrichts. Das erste Schuljahr. 6. Aufl. 1898. S. 123 ff.

a ) Karl Richter, Die Herbart-Zillerschen formalen Stufen desUnterrichts. Leipzig, 1898. S. 21 ff.

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