§ 3. Entstehung dos Begrifles. 5
Insofern sich dieselbe mit dem Unterrichtsverfahren über-haupt befafst, heifst sie allgemeine Methodik; insofernsie aber die Behandlung der einzelnen Lehrfächer darzulegensucht, wird sie besondere oder spezielle Methodik ge-nannt, womit sich der besondere Teil der Unterrichtslehrebeschäftigt.
B. Die logischen Grundlagen.Allgemeines.
Die Unterrichtslehre hat es einerseits mit dem Schüler(S'ubjekt des Unterrichts), anderseits mit dem Unterrichts-stoff (Objekt des Unterrichts) zu thun, weshalb Psycho-logie und Logik als Hilfswissenschaften derselben erscheinen.Die Psychologie macht uns mit den Gesetzen des Seelen-lebens (also auch mit der seelischen Funktion des Denkens)bekannt und gibt Mittel und Wege an zur Einwirkung aufdasselbe. Die Logik stellt die Gesetze des Denkens auf, sagtuns, wie wir denken sollen. Sie ist also diejenige Wissen-schaft, welche uns lehrt, den Unterrichtsstoff folgerichtig dar-zustellen und den Unterricht so zu ordnen, dafs er zu sicherenErfolgen führt. Wie daher der Erziehungslehre die Psychologie,so ist der Unterrichtslehre die Logik als Vorschule hier voraus-geschickt, wobei jedoch sachgemäfs auf die Psychologie Bezuggenommen wird.
Da alles wissenschaftliche Denken sich in Begriffen, Ur-teilen und Schlüssen vollzieht, so hat die Logik 1. vom Begriff,2. vom Urteil und 3. vom Schlufs zu handeln. 1 )
I. Vom Begriff.
' § 3.
Entstehung des Begriffes.
1, Wesen des Begriffes. Wie der psychische und derlogische Begriff entstehen, ist schon im ersten Buch (8 30)
*) »Psychologisch geht die Fällung der Urteile der Bildung derBegriffe und dem Schliefsen voran; denn die Begriffe sind nur das Er-gebnis unserer Beurteilung der Dinge — die Schlüsse nur vermittelteUrteile.« (Lindner, Emp. Psychologie.)