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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
Entstehung
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Einleitung.

A. Vorbegriffe.

§ 1.

Wesen und Wert des Unterrichts.

Verhältnis zur Erziehung.

1. Unterrichten im allgemeinsten Sinne des Wortes heilst,auf das Vorstellungsleben oder auf die Innenwelt eines anderneinwirken. Es ist sofort einleuchtend, dafs man von Unter-richt in diesem Sinne schon reden kann, bevor nur die Schulemit ihrer Thätigkeit eingesetzt hat, und lange noch, nachdemdie Ziele des eigentlichen Schulunterrichts erreicht sind. DennEinwirkungen auf die empfängliche Psyche finden bei demnormalen Menschen jederzeit statt. Und zwar sind es zunächstdie Gegenstände der Umgebung, der Natur, welche seine Auf-merksamkeit erregen und an welchen er durch BeobachtungErfahrungen macht. Aber auch zu beseelten Wesen steht erin einem bestimmten Verhältnis; er spricht, verkehrt mit ihnen,und im Umgang mit ihnen entwickeln sich die ersten Ge-sinnungen. So sind Erfahrung und Umgang die beidengrofsen und zugleich ersten Lehrmeister der Menschheit. Wiegrofs aber der Bildungseinflufs der genannten Faktoren auchsein mag, er ist ein zufälliger, ungeordneter und ungenügender.Denn der Mensch soll nicht blols so weit gebildet werden, alsjene zufälligen Einflüsse es vermögen, sondern so weit, als diemenschliche Bestimmung und der allgemeine Kulturstand eserfordern. Hierzu bedarf es aber der frühzeitigen, absichtlichenund planmäfsigen Einwirkung gebildeter Menschen.

Böhm, Praktische Unterriohtslehre. 4. Aufl. 1