KURFÜRST PHILIPP KARL ZU MAINZ. 305
Beschützer der polnischen Wahlfreiheit ein und besetztenWarschau. Es erfolgte die Gegenwahl des Kurfürsten vonSachsen von einer kleinen Parthei, fünf Tage darauf er-klärte Frankreich dem Kaiser wegen Beleidigung der fran-zösischen Ehre am 10. October 1733 den Krieg. Spanienwar über das Zerwürfniss erfreut, um bei dieser Gelegen-heit auch mit dem Kaiser brechen zu können, die See-mächte waren neutral. Alsbald rückten drei franzö-sische Heere in Deutschland ein, jedes allein der Streit-macht Oesterreichs überlegen , ausserdem hatte Frank-reich als Hinterhalt durch die Verträge vom 26. Septemberund 25. October 1733 alle Streitkräfte Spaniens und Sar-diniens zur Verfügung. Am 18. October nahmen dieFranzosen Kehl weg. Oesterreich traf dieses Ereigniss auchdiesmal ganz unvorbereitet, es suchte die zwischen Frank-reich und ihm schwebende Frage wegen Neubesetzung despolnischen Throns zum Gegenstand des deutschen Reichszu machen, fand aber auf dem versammelten Reichstagezu Regensburg auf das am 4. November erlassene Com-missionsdecret sehr wenig Unterstützung. Die Kurfürstenvon Cöln, Pfalz und Baiern lehnten wegen ihrer Hinneigungzu Frankreich jede Unterstützung ab, indem sie vorgaben,man könne dem Reiche nicht zumuthen, an den Privat-kriegen des Kaisers Theil zu nehmen. In dieser Lagezeigte Philipp Karl seine deutsch - patriotische Gesinnung,auf die seitens des Kaisers am 18. August 1733 durchGraf Kuffstein ergangene Aufforderung schrieb der Kur-fürst auf den 14. September einen Associationscongressnach Frankfurt a. M. aus. Auf diesem Congress verpflich-teten sich die fünf vordem associirten Kreise nämlich der