302 ANLAGEN - . II.
zugs fuhr der Kurfürst nach der Martinsburg, vor ihm herging der ganze Hofstaat; die Domherrn gaben ihm dasGeleite. Schon vor der Wahl soll das Capitel ihm erklärthaben, ihn wählen zu wollen. Philipp Karl, damals bereits66 Jahre alt, erklärte, dieser Last nicht gewachsen zu seinund äusserte die Absicht, sein beben in Ruhe zu beschliessen.Schliesslich gab er dem Drängen des Capitels nach undnahm die Wahl an.7) Am 21. Juli bestätigte der Papstden Kurfürsten, welcher am 18. November im Mainzer Domvon Kurfürst Franz Georg von Frier in Gegenwart derWeihbischöfe von Mainz, Trier und Cöln, der Äbte desJakobsbergs bei Mainz, Amorbachs, Seligenstatts und Eber-bachs geweiht wurde. Bei der Installation fand ein Festzugund Abends Feuerwerk zu Mainz statt. 8 ) Philipp KarlsWahl hatte in den Kreisen des Wiener Hofs die freudigsteAufnahme gefunden. Kaiser Karl VI wünschte demselbenam 23. Juni von Karlsbad aus Glück zur Wahl mit denWorten: »so wünsche Ewer Liebten hiermitt zu dieserglücklich - vndt Mir Erfreulichen Wahl von Hertzen glück,dass Gott Ewer Liebten diesem Ertzbishdhomb lang vor-stehen, Mir aber vndt dem teutschen Reich Einer ErfahrnenPatriotischen vndt gutt gesinneten Ertzcantzler vndt Chur-fürsten zum besten des Gemeinen ruhestandts vndt zuMeinem Trost- vndt leichterer Regierung lang vndt ge-sundt erhalten wolle«.9) Am 21. Juni 1732 wünschte vonKarlsbad aus die Kaiserin Elisabeth ebenfalls Glück zurWahl 10 ) und am 27. Juni that Erzherzogin Maria Elisabethein Gleiches. 11 ) Den 20. Juni 1732 wünschte Prinz Eugendem Gewählten Glück und sprach sich dahin aus, dass dieWahl dem Kaiser das grösste Vergnügen gemacht habe. 12 )