Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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oder die paar Zeilen, die seitdem den Namen Reklamenerhielten, auch wirklich unter die Presse kamen. Heut-zutage sind die Sitten in der Literatur und dem Verlags-buchhandel so ganz andere geworden, daß viele geneigtsein möchten, die ungeheuren Anstrengungen, die Ver-führungskünste, die Erbärmlichkeiten, die Intrigen, derensich die Buchhändler, die Autoren, die Märtyrer des Ruh-mes, alle die Verdammten, die zu lebenslänglichem Erfolgverurteilt worden sind, um dieser Reklamen willen be-dienen mußten, für Fabeln zu erklären. Diners, kleineAufmerksamkeiten, Geschenke, alles das mußte den Jour-nalisten gegenüber versucht werden. Die folgende Anek-dote erklärt besser als alle Behauptungen die enge Ver-bindung zwischen der Kritik und dem Verlagsbuchhandel.Ein Mann mit großen Aspirationen, der darauf ausging,ein Staatsmann zu werden, war zu der Zeit jung, galantund Redakteur eines großen Blattes. Er wurde der Haus-freund in einem berühmten Verlagshaus. Eines Tages, amSonntag, auf dem Landsitz, in dem der splendide Buch-händler die Hauptredakteure der Zeitungen bewirtete,führte die Herrin des Hauses, die jung und hübsch war,den berühmten Schriftsteller in ihren Park. Der ersteKonimis, ein kühler, gesetzter und methodischer Deutscher,der nur an die Geschäfte dachte, ging mit einem Feuille-tonisten Arm in Arm im Park spazieren und plauderteüber ein Unternehmen, über das er sich mit ihm beriet;das Gespräch führt sie aus dem Park heraus und siebetreten ein Gebüsch. Im Dunkel eines Dickichts siehtder Deutsche etwas, was aussieht wie seine Herrin; ernimmt seine Lorgnette, macht dem jungen Redakteurein Zeichen, still zu sein und sich zurückzuziehen, undentfernt sich dann selbst vorsichtig auf den Fußspitzen.„Was haben Sie gesehen?" fragte ihn der Schriftsteller.„Fast nichts," antwortete er. „Unser großer Artikel geht

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