Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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der ziemlich verlassenen Straße einen eleganten Wagenverkündete, und dessen Pferd den freien Tritt und diebesondere Art anzuhalten hatte, die reine Rasse verraten.Als er ans Fenster ging, sah Lucien in der Tat das präch-tige englische Pferd Dauriats und Dauriat, der seinemGroom die Zügel reichte und dann absprang.

„Es ist der Verleger," rief Lucien seiner Geliebten zu.,,Er soll warten," sagte Coralie sofort zu Berenice.

Lucien lächelte über die Sicherheit dieses jungen Mäd-chens, das sich so wundervoll mit seinen Interessen identi-fizierte, und umarmte sie mit wahrem Gefühl: sie hatteGeist gezeigt. Die Schnelligkeit, mit der der übermütigeVerleger, dieser Fürst der Scharlatane, zu Kreuze kroch,hing mit Umständen zusammen, die heute fast völlig ver-gessen sind, so sehr hat sich der Buchhandel in den letztenfünfzehn Jahren verändert. Zwischen 1816 und 1827, zuwelchem Zeitpunkt die Lesekabinette, die zuerst nur fürdie Zeitungslektüre eingerichtet waren, erst anfingen, neueBücher gegen eine Vergütung zu lesen zu geben, und indem die Verschlechterung der fiskalischen Gesetze überdie periodische Presse erst die Annoncen erzeugte, vorheralso hatte der Buchhandel keine andern Mittel der Be-kanntmachung als die Artikel, die entweder in den Feuille-tons oder im Hauptteil der Zeitungen eingerückt wurden.Bis 1822 erschienen die französischen Zeitungen in Bogenvon so kleinem Umfang, daß die großen Blätter kaumgrößer waren als die kleinsten der heutigen Zeitungen.Um der Tyrannei der Journalisten Widerstand leisten zukönnen, erfanden Dauriat und Ladvocat als die ersten diePlakate, mit denen sie die Aufmerksamkeit von Parisfesselten, indem sie phantastische Schriften, bizarre Far-ben, Vignetten und später Lithographien anwandten, dieaus dem Plakat ein Gedicht für die Augen und oft eineEnttäuschung für den Geldbeutel der Käufer machten. Die

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