DIE HAUPTLINIE VOM GOLDNEN LÖWEN BIS 1645. 265
dann aber, wieviel Geld noch nöthig sei. Der Pater ant-wortete: Sicher iooo Imperialen und verabschiedete sich,um sich zu Hans Jacob in dem Hause des Raths Trarbach,den er nicht kannte, zu begeben. Er wurde dort zumEssen genöthigt. Trarbach begann ein Gespräch, er seineulich bei der Grundsteinlegung in Philippsthal, wo derKurfürst Philipp Christof von Sötern den Kapuzinern einKloster bauen wolle, anwesend gewesen und habe mit demKurfürsten gespeist. Der Kurfürst habe sich geäussert, ersei als Stifter nicht so ehrgeizig, dass nicht der Wunschvon anderer Seite, ein Fenster in der Kirche oder im Chorezu stiften, Berücksichtigung fände. Von der Stiftung Cochemsdurch Hans Jacob wusste Trarbach nichts und that denAusspruch: Wer die Ehre hat, hat auch die Pflicht. Wennder Kurfürst Stifter sein will, soll er auch die Fenstermachen lassen. Es erfolgte tiefes Schweigen allseits, derPater bestätigte jedoch den Ausspruch des Trarbach. HansJacob, der die Absicht des Paters merkte, erröthete undsagte: »Ich hab' mein Theil,« sammelte sich aber und gabdem Pater eine Anweisung auf 200 Imperialen an seinenVerwandten Peter Ernst von Metzenhausen Amtmann zuZell, worauf der Pater erfreut nach Cochem reiste. HansJacob erzählte seiner Gattin diesen Vorfall, diese berichtetedemselben die Unterredung mit dem Pater. Kurz daraufschrieb Hans Jacob an denselben, er werde zum Bau 1000Imperialen zahlen und lud ihn zu Ostern ein, welchem derPater nachkam und die Zusicherung erhielt, wenn diesesGeld verbraucht, nur zu kommen und mehr zu holen, bisder letzte Stein gesetzt sei. Es erfolgte nun der Bau desKlosters und war 1635 fertig. Am 18. Juli 1635 erfolgte