Mai 1555. 1219
vorbehalten, so ein landvogt zu zytcn zn syin selbs bruch fisch zu haben notwendig were, solle und möge ergwalt habe», ime scbs (?) ein tag, zwee oder mer ze fischen erlauben. — Und als mm die obgemelten unsereverornct initherren söliche obgeschribne artickel für uns gebracht und wir die eigentlich besichtiget und erwegenund darin nützit unbillichs nach unzimlichs erfunden, so conformieren (consirmiren) wir und bestätcn usgegebnem gwalt und bevelch unfern Herren (und) ober» von den zwölf orten soliche artickel all, wie die vonwort zu wort obgeschrybcn stand, also, daß denen gelebt und nachgangen solle werden. Doch unfern Herrenund obern von den zwölf orten ir Hand offen behalten, daß sy die wyderrufen, gar oder zum theil abthun,mindern oder mcren, die uf- lind absetzen nach irem fryen willen und gefallen, one der unfern von Louisintrag und widerred. Und des alles (zu urkund hat?) der fromme eerenveste, unser getrüwer lieber landvogtzu Baden im Ergöuw, Hans Heinrich Sproß, des rats der statt Zürich, syn eigen insigel von wegen unseraller Herren und obern offcnlich lassen truken (an disen bris?) in registcrs wys nfgericht und den unfernvon Loumis geben lassen, uf den dryzechenden des monats Weyen, nach der geburt Christi gczelt fünfzechenhundert fünfzig und fünf jar.
St. A. Lucer»: Statuten von Lauis S. S7. Der Compilator oder Copist, dem wir unscre Quelle verdauten, zeigt in seiner Schreibweisemitunter etwas Unsicherheit, der wir durch in Klammer gestellte Worte zu begegnen suchten.
Zu tt. Ein Gesandtschaftsbericht der Zürcher Gesandten an ihre Obern vom 17. Mai 1555 meldetunter Andern«: Der französische Gesandte habe angezeigt, das Friedgeld liege zu Solothurn und könne mannach dem nächsten Sonntag (19. Mai) hinschicken, dasselbe abzuholen. sc A. Zürich: Acte» Dags°tz»ng,
Man sehe auch die Note zu n, 5.
Der Bericht erwähnt in höchst allgemeiner Andeutung auch „der Nürenberger und des gefangenenHandlung" als noch nicht abgewickelter Tractanden.
Zu xx. 1555, 5. Juni. Hauptmann, Bürgermeister und Rath der Stadt Constanz an die zuBaden versammelten Boten der XIII Orte der Eidgenossenschaft. Antwort auf das Schreiben der letztern vom14. Mai betreffend „unsere fründ und nachpuren" von St. Gallen und „unfern burger" Felix Grümel undseinen Bruder Jacob, Burger zu Memminge». Die Betreffenden von St. Gallen haben letztes Jahr zuConstanz wegen eines Arrests eine Rechtfertigung gehabt, wobei sie sich über den Entscheid beklagt, auchVersällinniß im Recht fürgewendet und diesfalls von den Eidgenossen eine Empfehlung ausgebracht haben,nebst welcher die von Constanz von denen von St. Gallen („den üwern") auch mündlich um Aufhebungdes genannten Entscheides ersucht worden seien. Obwohl man dem Rechten gemäß bei dem Entscheid hätteverbleiben können, so sei doch zu Ehren und Gefallen der Eidgenossen und weil die von St. Gallen angezeigthaben, daß sie sich im Rechte» gesäumt haben, die Sache wieder vor das Stadtgericht gewiesen worden, daselbstdas Recht von Neuem zu gebrauchen, womit beide Parteien zufrieden gewesen seien. Vor dem Stadt-gericht und dem Rath („uns") seien dann Urthcile erfolgt, gegen welche die Grümel appellirt haben. Danun seit Altem her und noch zu Constanz und im ganze» römischen Reich bräuchlich sei, daß man Angelegenheitenvon über 50 Gulden an den Kaiser oder dessen Kammergericht appellircn könne, so habe man diese Appellationnicht abschlagen können, gegcnthcils würde man hiedurch in die Strafe des kaiserlichen Fiscals verfallen.Ueberhin sei denen von Constanz unterm 4. Juni die, in Abschrift beigelegte, kaiserliche Inhibition vom4. Mai zugekommen. Die Eidgenossen werden diese Umstände betrachten und bedenken, daß die vonConstanz nur gemäß der Reichsordnung gehandelt und im klebrigen nach aller Gebühr haben Recht ergchenlassen. Wenn aber die Eidgenossen bei dem Kaiser oder dem Kammergericht Abstellung der Appellationerlangen mögen, sei denen von Constanz das auch recht. E. A> A>- Abs-hieds-Acta und Beilage» iss«—iss«.
Gemäß der angeführten kaiserlichen Inhibition sind die beteiligte» St. Gallcr folgende Personen: HeinrichLocher, Othmar Spycherman», Hans Ramspcrg, Josef Friedrich, Hans Rütner, Paulin Schlumpf, PeterBruckner, Elisabeth von Fanbnl, Hans Vittler, Hans Giltens»,, genannt Kreywescher, Konrad Meglin, DavidWeniger, Magnus Alther. wwem.
Man sehe auch die Note zu <1.