I21K Mai 1555.
anzuzeigen und anzugeben. Welich Personen aber soliche malcfizische oder criininalische Händel und fachennit wellen oder bedürften dem consul angeben, dieselben Personen, sy sygent geistlich oder weltlich, sollen syouch dann des underthedingens (nüt?) annemmen, damit die straf und bussen von sölicheu malefizischen undcriminalischen fachen allwegen in die cammcr zu unser Herren und obern der zwölf orten Händen iiigezogenkönnen werden. Zum Andern. Belangende als gemelter unser landvogt ein ruf usgen lassen, daß mandhein frömd Personen, nach ir Hab und güter beherbergen, nach beHusen füllte, one sy» erloubtnuß, by einergemelten büß, da haben sy geordnet und angesechen, daß es banditen halb gehalten und gestraft werden (soll),wie es in vorigen usgangnen capitlen geordnet lind gseit ist, darby es gentzlich belyben sölle. Aber inUnfall, kriegen oder andern zyten, so gut fründ, günner oder ander biderblüt und nachpuren zu inen, denenvon Louwis, und in der landschaft Louwis in guter früntlicher und nachpurlicher wys Zuflucht hetten, mögensy dieselbigen wol ufenthalten; aber in zechen tagen, den nechsten darnach, dieselbigen, wer und woher sysygent, einem jeden landvogt anzeigen. Dieselbigen biderben und ehrenlüt solle denn ein jeder unser landvogton all witere beschwernus allda wonen und blyben lassen; doch daß sy sich onch in sölicher bywonung ni>tWorten oder gweren (?) früntlich und nachpiirlich halten und erzeigen. Wer aber solche frömde lüt in kriegs-oder andern zyten ufenthielte und die in dem bestimmten zil einem landvogt nit anzeigte, der soll ze strafzechen krönen verfallen syn. Zum Dritten. Als die unfern von Louwis und in der landschaft Louwisvon gmeinwerchen und allmeinden von alter har vil iiigeschlagen und verkauft oder sunst in anderer gstollhingeben und etlich inen selbs zugeeignet, und damit ouch die rechten landstraßen verschlagen, daß biderblütnit wol gfaren und gwandlen mögen, da ist gesetzt und geordnet worden, was von alter bis uf dise zyt vonsolichen gemeinwerch und allmeinde» ingeschlagen, hingeben und verkauft, by demselben, wie es bishar ewjeder gehebt und gnossen, sölle es blyben, es were dann, daß etliche Personen sich söliches inschlachc»sbeschwerten, denen sölle ir recht vorbehalten syn. Mit diser heitern erliitrung, daß die von Louwis, »ochals (alle?) inwoner der ganzen landschaft von gmeinwerch und allmeinden fürohin nützit mer inschlache»-hingeben, nach verkoufen, an der oberkeit gunst, müssen und bewilligung, by vcrmydung der straf, so ine»deßhalb nach gstalt der fachen uferlegt wurde. Darzu füllen ouch die inwoner der landschaft Louwis d>crechten landstraßen allenthalben in guten eeren und in rechter wyte erhalten, die anstößer die straßen offne»und rume», damit menklich da durch wol gfaren und wandle» möge, by der bnß zechen krönen, die von eine»'jeden übertretter zu der cammer Händen ingezogen werden solle. Zum Vierten. Von wegen und antreffendleidung und angebung der bussen und freven, da ist geordnet und gesetzt worden, daß die consuln, so jcrlichin den commune» gesetzt werden, soliche frefel und bussen füllen leiden und angeben, wie sy ze thun ir eid,so sy deßhalb schweren sollen, darzu wyst, und daß sich die wyber des consulamts ganz nützit beladen »ochannemmen füllen. So aber in dem jar ein consul im commun, wo das were, mit tod abgieng, oder s»»jlzu consul unnutz wurde, daß er dis amt nit wyter versechen könnte, oder daß einer us dein land sy»e>»gwerb nachzuge, alsdann soll das commun ein andern consul an des abgestorbnen und unnützen statt setze»'der, so us dem land synem gwerb uachzücht, ein statthaltcr an syn statt geben, die ouch angenz schwere»,die strafen und bussen angeben und ynzüchen, wie sy inhalt des gethonen eids zethun schuldig. Und so derconsul einer ein frefel verschwigen und die straf und büß zu der cammer Händen nit ynziechen wurde, dersclbigsölle zechen krönen, so dick das beschicht, verfallen sy». Wo aber der consul eins frefels dhein müssen Helte,und der frefel ouch von dem commun verschwigen verhalten, und dann ein sölicher einem landvogt fürkäme,so sölle dann dasselbig commun den frefel und büß abzutragen und zu bezalen schuldig syn. Aber antreffendzuredungen, so mit Worten beschechen, die sollen geleidet, angeben und gebüßt werden, nach vermög und inHollirer statuten und satzungen. So aber frömd lüt us dem Herzogthum Mailand oder anderstwo in der landschoffLouwis ein frefel mit der Hand begiengen, füllen die underthancn an dem ort von dein thäter, so sy de»betrettcn und synen gwaltig syn mögen, burgerschaft (bürgschaft) und vorstung (trostung) nemmen, oder woer dhein burgerschaft hette, in gfenglich anzuncmmcn und nit von Händen zelassen, bis er den frefel und diebüß bezalt. Zum Fünften. Von wegen der vereerung, miet, gaben und schcnkungen eins landvogts, doist geordnet und angesechen, daß er sölicher vereerung, miet, gaben und schcnkungen halb, so eine»' jede»