1180
April 1555.
I. (22. April, St. Maurice.) „Vor Allem sei Gott Ehre, Lob und Anbetung im Geist und in derWarheit. Amen!" tt. Die benannten Gesandten finden sich im Dorfe St. Maurice (bei Grandson) ei»,um gemäß dem Austrage beider Städte das Mehr in Betreff der Religion aufzunehmen. Daselbst sind auchsämmtliche Hausväter versammelt und nach geeigneten Ermahnungen abgetheilt und dann mit Bezug auf dieeine und andere Partei gezählt worden. Aus dieser Zählung hat sich ergeben, daß die Mehrzahl der Leutenach der Reformation des Evangeliums leben und den Prädicanten als Minister haben wollen, was dieGesandten auf Bewilligung ihrer Obern zugestanden haben, k. Am gleichen Tage befinden sich die Gesandtenim Convent der Barfüßer. Als sie hier die Kirche besichtigten, fand sich ein Gemälde, welches aus derCapelle zu Freiburg dahin geschenkt worden war. Die Gesandten von Freiburg bitten diejenigen von Bern,ihnen dieses Bild zu überlassen, was die Boten von Bern bewilligen.
II. (23. April, Grandson.) v. Vor den Gesandten erscheint Bruder Franyois Beson, Barfüßer, inBegleit von Bruder Melchior und Bruder Philibert, seinen geistlichen Brüdern vom Convent zu Grandson,und eröffnet die letzte Rechnung des genannten Convents, die unter ihnen in Beisein von Sebastian Bourgeoisund Johann Calame, welche auf Gesuch der Religiösen die Rechnung unterzeichnet haben, vollzogen wordensei. Derselben gemäß schuldet der Convent dem genannten Franyois Beson 400 Florin, in der Waadtlaufender Münze. Ebenso eröffnet er auf einem Zedel der Reihe nach verzeichnet (?) Schulden von 200 Florinwegen Geldaufbrüchen für Einlösung der Reben zu Fiez pictet, die von Franz Bourgeois und mehrern andernAnsprechen eingelöst worden sind, und wofür der Convent hafte; er bitte, Bedacht zu nehmen, daß ihmdie Tilgung dieser Schulden ermöglicht werde. Diese klare Rechnung nehmen die Gesandten entgegen undversprechen ihm, dafür zu sorgen, daß seine Ansprecher bezahlt werden. Immerhin aber nehmen sie die Sachein den Abschied, um durch ihre Obern entscheiden zu lassen, durch wen die 400 Florin bezahlt werden sollen,ob von den Obern oder von dem Landvogt zu Grandson. «I. Der benannte (Isäit) Guardian bittet fürsich und seine Religiösen um einen Termin für den Auszug aus dem Convent und um eine Vergütung-Die Gesandten bestimmen vierzehn Tage, oder mehr, wenn sie wollen (ou au plustoä guil vcmlärcwt)-Was die Vergütung anbelangt, so überlassen sie dieses ihren Obern. Immerhin belassen sie den Religiöse»das im Convent vorfindliche Korn und den Wein nebst den Einkünften ihrer Renten von der letzten Ecndte.v. Es erscheinen Guillaume Cousin und Jacques Conpagnion im Namen ihrer Frauen, Töchter desverstorbenen Johann Pagnaz, und Pierre Pagnaz und bitten, ihnen einen an dem Orte des Pierres gelegene»Weinberg zu überlassen, der dem Convent der mindern Brüder durch die verstorbene Jacquette Vioget legirtworden sei, deren Nachkommen und Erben sie seien. In Betreff der Berechnung des Verwandtschaftsgradeswissen sie nicht, ob der dritte überschritten werde. Die Gesandten von Freiburg wollen gemäß ihrer Instructionhierin ihren Obern nicht vorgreifen, l. Meister Gaspard Voze, Prädicant von Grandson, im Namen vo»Pernette, seiner Frau, und Johann Bartholoms sonst genannt Maystre, eröffnen, sie haben dem Conventder Barfüßer 40 Souls Zins erkennt, welche von Frau Guillaume Novel, Frau des gestorbenen Bartholom«Maystre, ihres Oheims, dessen Erben sie seien, legirt worden seien. Da dieser Zins auf die Güter des letzter»übertragen worden sei, so bitten sie, denselben ihnen zu erlassen. Nicht minder eröffnen Johann Claude undJacques Novel in ihrem und iin Namen der Erben des verstorbenen Peter Novel, Enkel („mzpvours") derbenannten Guillaume, diese sei eine Schwester ihres verstorbenen Vaters gewesen; sie bitten daher, es mögedas betreffende Legat ihnen, als den Nächsten, überlassen werden. Die Gesandten nehmen dieses in den Abschied-x. Die genannten Claude Johann und Jacques Novel bitten, ihnen einen Zins von 14 Souls, den früher