Druckschrift 
Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
170
Einzelbild herunterladen
 

170ten. Hiedurch konnte man sehr gemächlich die Luft bis in den Uterus zu beyden Seiten hinein-blasen. Vielleicht kannte Galen dieselbe:Diese Gefäße, sagt er, welche neben den Eyer-stöcken breit sind, und eine sichtbare Höhle haben, werden, wenn sie weiter von denselben ab-gehen, enger, und gleichsam nicht mehr hohl, hernach erweitern sie sich wieder neben denHörnern, wo sie sich in den Uterus einheften 31).Hierauf ist er stolz, weil weder Aristoteles, noch Herophilus, noch Eudemus, ob-schon gute Zergliederer, dieselbe gekannt haben.Der Uterus war ¾ Zoll breit, einen Zoll lang, und von der innern Mündung bis da, wodie Scheide quer abgeschnitten war, auch einen Zoll.Die Eyerstöcke, die Blutgefäße derselben und die Trompeten waren, so wie bey unserenWeibern, durch sogenannte breite Bänder, die nur eine Verdoppelung des Darmfells sind,festgemacht.§. 3.Die runden Bänder sind merklicher und sichtbarer, laufen erst unter dem Darmfell (perito-nacum), hernach nehmen sie es gleichsam mit, und machen eine hohle Röhre, welche NuckDiverticulum nennt. Diese Röhren oder Diverticula waren Zoll tief und sind also dieFortsätze des Darmfells (processus peritonaei) in den weiblichen Thieren. Es ist sehr sonderbar,daß ich diese Diverticula auch im Pavian, oder Sphinx des Linné, die ich 1768 in Groningenzergliederte, gefunden habe.Verschiedenemale sahe ich diese Diverticula in neugebornen Mädchen, und beschrieb dieselbein meiner Abhandlung über die Ursachen mancherley Brüche bey unsern Kindern 32)31) De Dissert. Uter. Eb. C. 9. S. 181. AB. Quae (vasa seminaria) juxta ipsos testes lata sunt,& cavitatem sensibilem habent, paulo a testibus (ovariis) recedentia angustiora & quasi non ca-va, deinde juxta cornua, ubi in uterum etiam inseruntur32) S. meine kl. Schriften 2, Band, 1. St. S. 41.