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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
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160den Fortsätzen noch viel weiter nach hinten; so daß diese Blase an beyden Seiten tief unter denKappenmuskeln bis hinten auf die Schulterblätter hindrang...Je älter der Orang und je größer er wird, destomehr dehnen sich wahrscheinlich diese Säckeallmählich aus; wie wir bey den wiederkäuenden Thieren sehen, daß, wenn sie eben geborensind, der vierte Magen oder Laab größer als der Pansen ist, und umgekehrt, daß dieser durchdie immerwährende, vom Essen verursachte, mehrere Ausdehnung nachher wieder merklichgrößer als der vierte wird. Die Luft wirkt hier das Nämliche, und der Sack, der sich je mehrund mehr zwischen den so eben angeführten Theilen ausdehnet, bekömmt allmählich jene viel-fältige Ausdehnungen in der Gestalt von Fortsätzen.Wenn ich das Blasrohr oben in den Kehlkopf hineinbrachte, und die Spalte zuhielt,schwollen erst die Lungen auf und wenn diese voll waren, drang die Luft unmittelbar in diesen großen Luftsack hinein.Es kömmt mir nicht wahrscheinlich vor, daß dies Ineinanderschmelzen oder diese natürlichVereinigung der beyden Säcke dem Gebrauch derselben einigermassen nachtheilig seyn könne,weil wir etwas Aehnliches bey den Nieren der Menschen beobachten, deren unterste Theile nichtselten so miteinander vereinigt sind, daß sie nur eine Niere auszumachen scheinen, obgleich dieseNieren ihre eigene Blutgefässe haben, und eine jede deswegen eine Urinröhre giebt, ohne daßman aus der Beschaffenheit des Körpers sehen kann, daß dadurch einiges Hinderniß verursachtwürde. Ich besitze mehr als eine dieser Art in meiner Sammlung anatomischer Präparaten.Der Orang kann unterdessen, wenn er sich die tiefeingeatmete Luft herauszupressen be-müht, und alsdenn den Kehldeckel wider die Oeffnung des Kehlkopfs hinandrückt, oder nur einwenig niederdrückt, diese Blasen oder diese vereinigte Blase nach Willkühr ausdehnen, und sienach Wohlgefallen vermöge der breiten Halsmuskeln, der Brust= und Kappenmuskeln (cucul-lares) wieder ausleeren. Das Rennthier, dessen Luftblasen nicht unter diesen Muskeln liegen:hat deswegen von der Natur zwey Muskeln bekommen. Siehe die dritte Abhandlung Kupf.8. Fig. 7. F. H. und C. I., welche vom Zungenbein entspringen, und ihre Fasern ausbrei-ten, und den ganzen Luftsack umfassen, wie wir hernach weitläuftiger zeigen werden.§. 7.