Druckschrift 
Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
149
Einzelbild herunterladen
 

149Sammlung zeichnen durfte, und gab mir den kleinsten zum Geschenk. Doch auch hieraufkonnte ich nicht durch Muthmassen begreifen, wie dieser Knochen mit dem übrigen der Kehleverbunden sey mein Verlangen wurde also größer, ein solches Thier habhaft zu werdenund mir einen aus Suriname zu verschreiben. Ich durchsuchte die Natursammlungen allermeiner Bekannten; fand aber nirgend einen Heulaffen, oder Baboen, wie sie unsere Lands-leute in Suriname nennen. Endlich hatte ich das Vergnügen, Einen vom Herrn Klockner,welchem ich wegen sehr vieler und wichtiger, mir auf eine edele Art verschafter Gelegenheiten,meiner Wißbegierde Gnüge zu thun, vielen Dank schuldig bin, zu bekommen. Auch noch kürz-lich erhielt ich von ihm einen Coaita zur Untersuchung, weil wir beyde dachten, daß dieserAffe vielleicht ein Stimmwerkzeug, wie der Alouate, haben, und uns noch mehr Erläuterunggeben könnte.Weil alle diese Untersuchungen und Nachforschungen in einer Verbindung miteinander ste-hen, und uns von der grösten Wichtigkeit in Rücksicht der großen Frage: Wollen oder kön-nen die Affen und Orange nicht reden? scheinen; so haben wir es nothwendig geurtheilt,alle diese verschiedene Stimmwerkzeuge hier zu beschreiben.§. 2.Da ich den Hals eines aus Afrika ursprünglichen Schwanzaffens von mittelmäßiger Größentblößte; so entdeckte ich unmittelbar unter den breiten Halsmuskeln einen Beutel oder Sack,dem ich mit vieler Vorsicht bis zum Zungenbein nachspürte. Er war, da ich ihn aufblies, ey-förmig, wie in der vierten Figur des dritten Kupfers gesehen werden kann d. p. o. i. Da ichden ganzen Kehlkopf herausnahm, und von hinten untersucht hatte (Eb. Fig. 3.), so fand ichan der Wurzel des Zungendeckels (epiglottis) a. b. über der Spalte der Stimmritze i. f. eineOeffnung p. i. Hiedurch blies ich vermittelst einer kupfernen Röhre den Beutel oder den Sackauf, wie in der vierten Abbildung.Die Röhre dieses Sacks lief mitten über den schildförmigen Knorpel i. I. Fig. IV. hin,und vereinigte sich in der Wurzel des Kehldeckels mit der Oeffnung, so daß dieser Sack inwen-dig mit der obern Haut (epithelium) des Kehlkopfs bekleidet wurde. Zum Theil lag die obereBucht dieses Sacks d. p. in der Höhle des Mittelschildes (basis) des Zungenbeins.T 3