146Tyson, sondern das Geschöpf einer eigenen Art *), wie wir aus dem Sprachorgan undKnochenbau in den folgenden Hauptstücken, worin wir die Theilen besonders und nach Ordnungbeschreiben wollen, überzeugend darthun werden.Zweytes*) Die Orang=Utangs, welche wir im 3ten §. beschrieben haben, hatten durcheinander gerechnet dieLänge von 2½ Schuh, und größer werden sie nach den genauen Bemerkungen eines Radermachers(Bataviaasch Genootschap. 2. Th. S. 107. und §. 6. S. 140.) auf der Insel Borneo selten ge-funden; doch trifft man daselbst eine viel größere Art, und zwar von 4 bis 5 Schuh an. We-nigstens Palm hat einen dergleichen gefangen (Eb. S. 142.), welchen von Wurmb beschriebenhat (El. S. 255.). Sie scheinen diesen Pongo zu nennen.Er hat auch, so wie die kleine Art, unter der Haut des Halses zwey Lufttaschen, die sich mitdem Sprachorgan vereinigen (Eb. S. 255.). Der Baron von Wurmb hat sehr genaue Abmes-sungen von demselben, und von dem Weibchen, welches vier Schuh lang war (IV. Th. Eb. S.517.), und eben so, wie das Männchen eine Lufttasche in der Brust hatte, gegeben. Er bemerkt,daß ihre Füße und Arme länger, als die des Männchen warenNie hat man diese Art in Europa gekannt. Radermacher hat die Güte gehabt, mir den Sche-del eines solchen Thiers, welches 53 Zoll, oder 4 Schuhe 5 Zoll, lang gewesen war, zu schickenIch habe einige Umrisse, die aber mehr die Figur, als die wahre Größe der Theile vorstellen, demHerrn Sömmering in Mainz mitgetheilt.Es scheint, daß man nachher einige dieser Ungeheuer gefangen hat, denn ein ganzes Gerippedavon, welches, als ich es den 27. Juny 1784 zuerst sahe, elend aufgesetzt, die Größe von mehrals 4 Schuhe hatte, wurde zur Natursammlung des Prinzen von Oranien geschickt. Noch einmalsahe ich es den 19. Decemb. 1785, da es vom geschickten Onymus Bewunderungswürdig aufge-stellt und in Ordnung gebracht war.Die dornförmige Fortsätze der Halswirbel waren den in den kleinen (Kupf. 2. Fig. 2.) ähn-lich. Der ganze Knochenbau ist schwer, und stark — die Schlüsselbeine und Arme sehr langdas heilige Bein schien aus acht Wirbeln zu bestehen. Das Brustbein war noch in verschiedeneStücke zertheilt. Das Thier war also nicht alt. Der Bau der Hüften ist ein wenig kürzer; dochso, wie bey den vierfüßigen Thieren.Die Handwurzel enthält acht kleine Knochen — und der Kopf des Schenkelbeins hatte keinerEinschnitt oder Grube für das runde Band, und ist also wie der des kleinen Orang (IX. Hauptst.§. 1.) beschaffen. Bey der Erklärung des 17ten Kupf. Fig. 4 und 5. über den Elephant werdenwir bemerken, daß auch dieses Band bey diesem großen Thiere, wie bey der zweyten Art (der Di-dactylus) des Bradipus des Linné (S. 51.) mangelt.
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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