142Zoll lang oder hoch. In dem Kupfer scheint er ein großer Mann zu seyn — aber auch daraufkann man nicht rechnen. Die Erfahrung hat mich schon längst gelehrt, daß die Häute allerThiere, welche mit dem Haare gegerbt werden, sich immer merklich verlängern.So ist die Haut eines Pecari, welche ich habe gerben lassen, 1/2 länger geworden; eben so dieHaut eines Aguti, wie ich an den Gerippen dieser Thiere in meiner Sammlung zeigen kannSeitdem wundere ich mich gar nicht mehr über die ausserordentliche Größe und Dicke, welchman den ausgestopften Thieren giebt, und glaube, hiedurch zur Gnüge gezeigt zu haben, daßman sich auf die nach ausgestopften Thieren gemachte Ausmessungen gar nicht verlassen kannnoch darf.Wenn man die Augen betrachtet, so wird man keine kleinere Verschiedenheit antreffendie gefärbten Augäpfel sind, wie bey allen Affen und den meisten vierfüßigen Thieren, großDeswegen sieht man kein Weisses zwischen denselben und den Augenliedern, wodurch sie dasFreundliche, welches aus dem menschlichen Auge so sehr hervorbricht, verlieren, und das Leb-hafte, welches bey uns oft so treffend ist, nicht haben. Der Künstler de Seve hat die Ehredes Jocko in der Königl. Kunstkammer in jedem Theile beherzigt, und denselben so menschlichvorgestellt, als nur immer möglich war. Der vom Allamand herausgegebene Orang hatnicht weniger Mängel; — überdies ist er noch unkenntlicher und ungeheurer, als dieses Thieruns in der Natur zu seyn scheint.Der lebendige Orang hatte in seinen Gesichtszügen nichts Menschliches. Keine Leiden-schaft zeigte sich in demselben. Forster 10) schreibt, daß die Nase mehr der Nase eines Men-schen, als eines Affen ähnlich war, welches mir aber nicht so geschienen hat. Die Nase wargrade so, wie ich sie auf dem vierten Kupfer, Fig. 1. gezeichnet habe.Der Mund hatte in dem lebendigen Orang etwas Unnachahmliches, welches ich bey demgestorbenen nie würde gemuthmaßt haben, und aus der Vergleichung der ersten Figur des IV.Kupfers mit der ersten des II. Kupfers am besten gesehen werden kann. Wenn er trinkt, sobringt er die Lippen, besonders die oberste Lippe sehr vorwärts, und macht dieselbe, wenn er,zum Beyspiel eine kleine Frucht, oder etwas Anderes anfassen will, gleichsam spitzig. Auch ist10) Voyages u. s. w. Eb. Tom. IV. S. 158
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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142
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