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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
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§. 2.Sonderbar ist der Thränensack, vom Daubenton 60) Larmier genannt, der krum her-unter läuft, und von selbst ins Auge fällt, obschon die Meisten ihn übersehen haben, und nurallein in der nach der Zeichnung des Herzogs von Richmond herausgegebenen Abbildung desCaribous vom Allamand 61) und in dem weiblichen Rennthier beym Büffon 62) angezeigtist. Von Linné wird dieser merkwürdige Theil gar nicht beschrieben, und noch weniger abge-bildet.Der Thränensack, den wir in der vierten Figur durch A. B. deutlich angezeiget haben, undder bey den Tannhirschen inwendig ganz glatt ist, war hier doch mit sehr kleinen Haaren besetzt.Diese Thränengruben enthielten kleine weißlichte durchscheinende Körner, die fettig waren.Daubenton nennt diese Materie Larmes oder Bezoard de Cerf 63), und giebt eine Ab-bildung derselben aus dem edelen Hirsch 64). Im Jahr 1769 und 1771 habe ich auch in ei-nem Tannhirsche und zwey Hindinnen ziemlich große, harzige und ziemlich harte Klumpen wahr-genommen.Der Thränensack liegt im Thränenbein, welches in diesen Thieren sehr groß ist, und des-wegen eine tiefe Rinne hat; er entspringt vorne zwischen zwey beinernen Thränengängen. Zwi-schen dem Thränen= Stirn=Nasen= und Oberkieferbein ist auch ein offener Raum, der schmälerund länger als bey den Hirschen und vom Daubenton 65) sehr gut abgebildet ist; diesen bedeckteine doppelte Beinhaut, und schließt also die Nasenhöhle.Diese länglichte Höhle, obschon sie der Thränensack heißt, empfängt doch keine Thrä-nen, sondern scheint inwendig einen fetten und harzigen Stoff abzusondern, welcher bey demRenn-60) Vol. VI. S. 109. Kupf. 14. Fig. 1. L. M.61) Additions Eb. Kupf. 3.62) Suppl. &c. Band III. Kupf. 18.63) Eb. S. 109.64) Eb. Planche 15. Fig. I und II.65) Eb. Kupf. 14. Fig. 1. N. O. S. 129.