§. 5.In dem von den Hrn. Ovens mir geschenkten Rennthier waren die Hörner kaum am Aus-brechen, so daß das eine nur Ein und das andere anderthalb Zoll lang war, wie A in der 2tenFigur — doch war es so artig mit dunkelgrauem Haar besetzt, welches sich aus der Mitte seit-wärts wie ein Paar Haarzoͤpfe drehete, daß man diese Haarzoͤpfe in einem gewissen Abstande fürzwey, zufällig auf dem Kopf sitzende Mäuse ansehen würde. Mellin bestätigt diese haarigeBeschaffenheit nicht allein durch seine eigene Wahrnehmung, sondern fügt noch das Zeugnißdes Herrn Seligmann hinzu 57).Sie scheinen diese haarige Haut lange zu behalten, eben so wie die Tann= und andere Hir-sche. Hoffberg 58) lehrt uns, daß die Hörner, wenn sie im Frühjahr hervorkeimen, solang sie diese Haut hätten, sehr empfindlich wären, daß dieselbe aber im Herbst zerberste undabfalle. Olaus Wormius 59) sagt das Nämliche, und tadelt Scaligere, der diese Membra-ne für eine bleibende Rauhheit gehalten zu haben scheint.Fünftes Hauptstück..Ueber die Gestalt der Augen.§. 1.Die Augen der Rennthiere sind wegen der künstlichen Erdichtung des Bischoffs Pontoppidanin der Naturgeschichte von solcher Wichtigkeit geworden, daß es der Mühe werth ist, sie in derNähe zu betrachten.Auswendig sind dieselbe den Augen des Tannhirsches sehr ähnlich. — Sie haben, ebenwie die Kameele, Kühe, Schaafe, Pferde, Hirsche, Ziegen, Gazellen, und fast alle grasfressende Thiere, wie ich auch beym Flußpferde gesehen habe, länglichte und querstehende Augensterne (pupillae), wie man in den beyden ersten Figuren deutlich sehen kann.M 3§. 2.57) Eb. S. 11 und 12.58) Eb. S. 149.59) Museum. S. 338.
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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93
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