widerspricht nicht allein hierin Scheffern und Hulden, sondern auch darin, daß sie sich,wenn sie das Geweihe verloren haben, verbergen sollen.Doch Büffon ist der Meinung 46), daß diejenigen Theile, welche die Saamenfeuch-tigkeit absondern; durch diese Castration nicht ganz vertilgt gewesen seyn, weil die Lappländerdieselbe nicht mit dem Messer verrichten; sondern sie zerschmettern die Saamengefässe dergestalt,daß sie zwar unfähig zur Fortpflanzung, aber nicht ganz ungeschickt, Geweihe zu erhalten,werden.Es ist unwiedersprechlich wahr, daß der Lappländer auf diese Art verfährt. Hoffbergbestätigt dieses wenigstens 47). Es ist aber zugleich sehr unwahrscheinlich, daß das Wachsender Geweihe just von ein wenig überbleibender Saamenfeuchtigkeit abhange.Büffon hat wenig Ursache, sich auf das Beyspiel der Hirsche zu berufen; denn wenndiese castriret sind, so fällt das Geweihe zur bestimmten Zeit ab, und wird gegen anderes ge-wechselt, das sehr übel gebildet ist, und klein bis zum Tode des Thiers sitzen bleibt. BeymRennthiere würde dann diese Besonderheit noch Statt haben, daß das verschnittene Thier so-wohl, als das gesunde Männchen und Weibchen das Geweihe wechselte, worüber wir uns ver-wundern, und es nicht begreifen, viel weniger erklären können.Mellin, der sich des nämlichen Einwurfs, als Büffon bedienet, zieht Linnés undHoffbergs 48) Bemerkungen in Zweifel, und unterstützt seine Meinung mit Fludens Anse-hen, der ausdrücklich sagt: Die Geweihe der Verschnittenen fallen nicht ab, und wennsie rauh sind, so bleibt das Haar in schwelgerischem Wuchse (cornua castratorum nondecidunt, cum hirsuta sunt, semper pilis luxuriant). Ich führe diese Stelle auf seine Auto-rität an, weil ich das Buch selbst nicht besitze, und entscheide hier nichts.§. 3.46) Eb. S. 102.47) Eb. S. 160.48) Eb. S. 26.
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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90
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