ieht mit sehr viel Gewißheit sagen, daß das Hornvieh wiederzukäuen aufhört, so bald es eineKrankheit, von welcher Art sie auch sey, bekommt, so daß das Aufhören der Wiederkäuungkein besonderes Zeichen der jetzt herrschenden Hornviehseuche ist.Ich habe unterdessen diesen vierfachen Magen aufgeblasen, und wohl mit Firniß überzo-gen bewahrt, um jederzeit jene große Uebereinkunft desselben mit dem der Hirsche und anderersolcher Thiere bestätigen, und die statthabende Wiederkäuung zeigen zu können.Viertes Hauptstück.Ueber das Geweihe des Rennthiers.§. 1.Die Rennthiere unterscheiden sich, wie wir schon gesagt haben, von allen andern Hirschendarin, daß sowohl das Männchen, als das Weibchen Geweihe haben, und dieselbe jährlichwechseln. Alle, die diese Thiere in der Nähe haben untersuchen können, sind hierin einigund machen nur die Bemerkung, daß das Geweihe der Weibchen, so wie auch ihr ganzer Bau,dünner und zarter ist. Das Männchen läßt sein Geweihe, so bald die Brunstzeit vorüber ist,am Ende des Monats November, nach Hoffberg, 44) fallen — das Weibchen schon im Anfan-ge des nämlichen Monats, doch so, daß sie dieselbe so lange, bis sie ihre Jungen wirft, behält.Sind dieselbe aber nicht befruchtet, so verlieren sie das Geweihe im Winter. Dies geschiehtso regelmäßig, daß die Lappländer daran erkennen, ob sie trächtig sind.§. 2.Nicht allein die Weibchen und Männchen, sondern auch die verschnittenen Rennthiere wech-seln ihre Geweihe, wie besonders Hoffberg 45) gezeigt hat. Sie wechseln sie aber später,selten vor Neujahr — doch je stärker sie sind, desto eher, und jährlich so wie alle andere. Er44) Eb. S. 150.45) Eb. S. 150 und 167.
Druckschrift
Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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89
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