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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
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Je mehr wir die nordischen Völker haben kennen lernen, und je gesitteter sie gewordensind, so fiengen wir auch allmälig an ganz Norwegen, Schweden und Rußland von Scythienzu trennen, und nur allein der Tatarie diesen Namen zu lassen, wo sich jetzt keine Rennthiereaufhalten, wie auch zuvor keine da gewesen sind aus Ursachen, die wir schon im 4ten §.angeführt, und mit der Autorität der Alten und des Cluver bestätigt haben.§. 6.Wir schließen also, daß das Rennthier und der Caribou vor Alters eben so, wie noch jetzt,allein in kalten, und meistens mit Schnee und Moos bedeckten Gegenden zu Hause waren,und daß, ungeachtet der Caribou in Amerika schon unter dem 40 Grad der nördlichen Breite,und in Tatarien bis zum 50 Grad gefunden wird, diese Gegenden aus andern, uns noch unbe-kannten Ursachen kälter sind, als die Länder in Europa, die unter der nämlichen Breite liegen,daß aber gar nicht Frankreich und die nächstliegenden Länder jetzt so viel gemäßigter oder zu Cä-sars Zeiten so kalt gewesen seyn sollten, daß je Rennthiere daselbst hätten leben können.1Wir lassen aber diese Betrachtungen fahren, und gehen zum Thiere selbst über, welcheszum Schutz wieder die Kälte die Nase ganz mit Haar bedeckt und einen sehr dicken Pelz hat,und mit Geweihen versehen ist, die nicht allein zu seiner Vertheidigung, sondern auch zumWegscharren des Schnees geschickt sind, damit es desto besser zu dem Rehnthier=Moos, wel-ches in Lappland und andern kalten Gegenden so üppig unter dem Schnee wächst, kommenkönne.Sie leiden erst denn Hunger, wenn der Schnee von gewaltigen Regengüssen durchnäßt ist,und das Moos mit einer starken Eiskruste bedeckt wird dagegen vermögen ihre Füße nichts,noch die Kraft ihrer Hörner, wie Hoffberg 40) sehr wohl bemerkt hat, und wovon wir imvierten Hauptstück mehr sagen werden.40) Eb. S. 152. §. 6.Drittes