___ 83
in früheren Zeiten Heerolde mit demselben Antrage injene Städte gesandt hatte, waren diese durch die Athe-nienser in das Barathron, und durch die Sparter in ei-nen Brunnen geworfen worden, mit dem Bedeutentdafs sie sich hier Wasser und Erde nehmen und demKönige bringen möchten. Deswegen hatte Xerxes indiesen Staaten die Foderung nicht erneuert. Was denAtheniensern als Strafe für die Mifshandlung jenerHeerolde für ein Unglück zugestofsen ist, weifs ichnicht; man müfste denn die Verheerung ihrer Stadtund des Landes als eine solche ansehen. Doch glaubeich nicht, dafs diese dafür anzusehen ist.
134 Die Lacedämonier aber traf die Rache des Talthy-bius, des Heerolds des Agamemnons. Denn zu Spartasieht man einen Tempel des Talthybius, und es sindauch noch Nachkommen dieses Mannes vorhanden, wel-che man die Talthybiaden nennt, und die in Spartabeständig das Amt der Heerolden bekleiden. Nachdem Mord der Persischen Gesandten konnten die Spar»tiaten während einer langen Zeit kein günstiges Opfererhalten. Gedrückt durch diesen Unfall versammeltensie häufig das Volk, und liefsen durch einen Heeroldfragen: Ob kein Bürger für Sparta sterben wollte. Daerboten sich zwey edle Männer von den reichsten inSparta, Sperthies, des Aneristus, und Bulis, des Niko-las Sohn, freywillig die Strafe zu dulden, welche ih-nen Xerxes für die in Sparta ermordeten Gesandtenauferlegen würde. Und man sandte sie nach Medien,als einem gewissen Tode entgegen.
133 Die Kühnheit dieser Männer ist allerdings der Be*
F a