Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47

langt war, liefs er das Heer unter Peitschenhieben vorsich vorüber ziehen. Dazu ward eine Zeit von siebenTagen und sieben Nächten erfodert, obgleich ohne Un-terlafs ein Haufe dem andern folgte. JBey dieser Gele-genheit soll auch, als Xerxes schon über den Ilelles-pont gegangen war, ein Hellespontiner gesagt haben:O Zeus, weshalb nimmst du die Gestalt eines l'er-sers und den Namen Xerxes an, um Hellas aus sei-len Wohnsitzen zu vertreiben, indem du das ganzeMenschengeschlecht nach dir schleppst? Konntest du doch den nämlichen Zweck auch ohne das erreichen."57 Als das ganze Heer nun hinüber gezogen war, und

sich schon wieder auf dem Marsch befand, sah manein grofses Wunderzeichen; worauf Xerxes aber, soleicht es auch zu deuten war, nicht achtete. Eine Stu-te warf einen Hasen, und wie leicht war diesnicht dahin auszulegen: dafs Xerxes, welcher ge-genwärtig ein so stolzes und mächtiges Heer überden Hel'lespont nach Hellas führte, lliehend an dennämlichen Ort zurück kommen würde. Schon ein an-deres Wunderzeichen hatte sich in Sardis ereignet: EinMaulesel warf ein Füllen mit männlichen und weibli-chen Geschlechtstheilen zugleich, wovon die letzternüber den ersteren lagen.58 Auf beyde Wunderzeichen achtete Xerxes nicht,und zog mit der Landmacht vorwärts. Die Flotte verliefs indessen den Hellespont, und schiffte in einerRichtung, welche dem Wege, den die Landmacht ver-folgte, ganz entgegen gesetzt war, den Küsten entlangshis an das Vorgebürge des Sarpedons, wo sie, dem vor