Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
42
Einzelbild herunterladen
 

/)2

keit nähert, und sich auf jeden Vorfall gefafst macht;,, bey der Ausführung aber unerschrocken bleibt."

,Du hast recht, Artaban, in allem, was du hier 5° besagt hast, erwiederte Xerxes. Aber fürchte nichtalles, und wolle nicht jeden Umstand erwägen. Dennwillst du bey allen dir vorkommenden Dingen, alles und jedes einer gleich ängstlichen Ueberlegung wür-digen, so wirst du nie etwas ausführen. Besser istes, zu jeder Unternehmung kühn seyn, und lieber ei-nen T/heil Ungemach dabey zu tragen, als ruhig zusitzen und alles zu fürchten. Willst du dich immerjedem Vorschlage widersetzen, ohne etwas Besseresdafür anzugeben, so wirst du sowohl dich als dieje-nigen, denen du mit Ratlx an die Hand gehest, inSchaden bringen. Ich glaube nicht, dafs irgend einSterblicher mit Sicherheit in die Zukunft zu schauen,,vermag; aber ich sehe, dafs alle diejenigen, die kühnauszuführen suchen, wozu sie sich einmal fest ent-schlossen haben, glücklich sind; und im Gegentheilnicht so die Bedenklichen und Saumseligen."

,,Siehst du nicht, zu'welcher Grofse die PersischeMacht gelangt ist? Hätten die Könige, die vor mirherrschten, ebeniso gedacht, wie du; oder hätten sie.auch nicht so gedacht, und nur solche Ruthgeber ge-habt, du würdest nimmer diesen Gipfel unsrer Machterblickt haben. Sie brachten es nur dadurch so weit,dafs sie sich in Gefahren stürzten. Denn grofse Vor- (heile pflegen wir nur unter grofsen Gefahren zu er-bringen; und so haben auch wir, ihrem Beyspiele fol-gend, unser Heer in der schönsten Jahreszeit ins Feld