Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
23
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Xerxes besucht Latte, vor ihn trat und ihm sagte:Bist du derjenige, der dem Xerxes den Feldzug ge-gen Hellas, wie für sein Heil sorgend, widerräth?Doch weder gegenwärtig noch in Zukunft sollst dudes Beginnens, das aufzuhalten, was doch einmal ge-schehen urnfs, froh weiden; und was dem Xerxes,,seihst, bevorsteht, wenn er bey seinein Ungehorsam13 verharrt, habe ich ihm schon verkündigt." Unterfliesen Drohungen glaubte Artaban zu sehen, wie dieGestalt sich anschickte, ihm mit einem glühenden Ei-sen die Augen auszubrennen. Er sprang lautschreyendvon seinem Lager auf, begab sich zum Xerxes, underzählte diesem, indem er sich neben ihm setzte, alles,was ihm in Absicht des Traumes begegnet war; dannfuhr er fort:Ich sah als ein gemeiner Sterblicher,König, wie viele und grofse Dinge an kleinen Hin-dernissen scheitern, und wollte deswegen nicht, dafscbu in Allem deinem jugendlichen Eifer nachgäbest.Ich wufste, dafs es nicht gut ist, sein Begehren nachneuem Besitz nie zu beschränken. Zugleich trat derZug des Cyrus gegen die Massageten, und der desKambyses gegen die Aethiopen, wieder vor mein Ge-dächtnifs; ich selbst habe dem Feldaug des Dariusgegen die Scythen beygewohnt; und weil ich diesalles wufste, glaubte ich, du würdest als der glück-lichste unter allen Menschen leben können, wenn duruhig bliebst. Da aber eine göttliche Stimme uns zudem Kriege auffodert, und die Himmlischen, wie esscheint, den Untergang der Hellenen beschlossen ha-ben, so ändert sich gegenwärtig auch meine Ansicht