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Als sie das Vorgebürge von Kalamus erreicht hat-ten, warfen sie bey dem dort erbauten Tempel der Here
gehalten, welche den Tag über, an den Ufern deo Flussesweiden, der auf dem Borge Lakmon entspringt, unddurch das Apollonische Gebiet strömt, um sich nebendem Hafen Orikus in das Meer zu stürzen. Bey Nachtmüssen die reichsten und angesehensten Bürger, die mane absichtlich dazu wählt,.sie wechselsweise bewachen; dadie Apollonier, durch einen Gölterspruch dazu veranlafst,auf die Erhaltung jener Schafe einen grofsen Werth sez-zen. Ihr Stall ist eine weit von der Stadt entlegene Höh-le, und hier bewachte sie damals auch Evenius, als ihndie Wahl traf. Einmal aber schlief er ein, es kamenWölfe in die Höhle, und mordeten sechszig Schafe, Alser erwachte, hielt er sich stille und sagte keinem etwasVon dem Vorfalle, weil er vorhatte, die gemordetendurch andere gekaufte Schafe zu ersetzen. Demohnge-achtet erfuhren es die Apollonier, und belangten ihn vorGericht; und er ward, weil er als Wächter geschlafenhatte, verurtheilt seine Augen zu verlieren. Kaum aberhatten sie ihm des Gesichts beraubt, als ihre Schafe auf-hörten zu gebären, und ihre Fluren die gewohntenFrüchte zu bringen. Sie wandten sich deshalb an dieOrakel zu Dodona und Delphi; sie fragten die Prophe-ten nach der Ursache der Unfälle, die sie heimsuchten;und diese erklärten ihnen, sie hätten dem Hüter der hei-ligen Schafe, Evenius, ungerechte* Weise das Gesichtgeraubt. Denn sie selbst hätten die Wölfe gesendet, »indWürden nicht eher aufhören für jenen Rache zu nehmen,bis sie dem Evenius solche Genugthuung gegeben bat.ten, wie er sie selbst wählen und nehmen wollte. Wä-re dies geschehen, So sollte Evenius von ihnen noch eineGabe erhalten, um welcher willen ihn viele Menschenglücklich preisen würden.94 Als den Apolloniuten diese Orakel gemeldet worden,
hielten sie dieselben geheim, und beauftragten einige ih»