Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
283
Einzelbild herunterladen
 

2«3'

Feind sich immer mehr sammelte. Auf die Opfer desHegesistratus, sagte er, dürfe man nicht achten, nochden Persischen Gesetzen Gewalt anthun, die ihnen zuschlagen geböten.42 Als er sich auf diese Weise erklärt hatte, wider-

sprach ihm niemand, und seine Meynung behielt dieOberhand. Denn der König hatte ihm, und nicht demArlabazus, das Kommando der Armee übertragen. Erliefs darauf die Befehlshaber der verschiedenen Abthei-lungen, des Persischen Heeres sowohl, als-die Anfüh-rer der persisch - gesinnten Hellenen, vor sich kommen,und fragte sie: ob ihnen ein Orakel bekannt sey, wel-ches den Persern den Untergang in Hellas verkündigte.Die Versammlung schwieg; ein Theil derselben, weilihm kein solches Orakel bekannt war; ein andrer aber,der davon wufste, weil er es für sicherer hielt. Dar-auf sprach Mardonius selbst:Weil ihr es nichtwüst, oder nicht zu sprechen wagt, so will ich, dersehr wohl darum weil's, es euch kund thun. Es istein Orakel vorhanden, welches behauptet: die Perserwürden nach Hellas kommen, den Tempel in Delphi ausplündern, und hernach insgesammt ihren Tod fin-den. Wir aber nähern uns, weil uns dieser Götter- spruch bekannt ist, jenem Tempel nicht, noch wer»den wir ihn ausplündern; so dafs dies nicht denGrund zu unserm Verderben legen kann. Wer alsoden Persern wohl will, mag gutes Muthes seyn, dawir die Hellenen besiegen werden."

Nachdem er dies gesagt hatte, befahl er ihnen, al-les in Ordnung und gehörigen Stand zu setzen, da am