—111—
stürzten mit furchtbarem Krachen unter die Barbaren,welche sich an dem ebenerwähnten Tempel hinzogen,herab und zerschmetterten eine Menge derselben. Zu-gleich borte man, dafs ein lautes Kriegsgeschrey ausdem Tempel der Proneia hervorschaute.
cg Das Zusammentreffen dieser verschiedenen Wun-
derzeichen erfüllte die Barbaren mit Scbrecken; undals die Delphier sie darauf die Flucht ergreifen sahen,stiegen sie von den Gebirgen hinab, und tödteten eineMenge derselben. Alles, was von ihnen entkam, flohgrades Weges nach Böotien, wo sie, wie man mir er-zählt, bey ihrer Rückkehr die Sage von noch mehrerenWunderzeichen verbreiteten. Sie behaupteten nämlich,zwey Männer von übermenschlicher Gröfse hätten sieauf ihrer Flucht verfolgt, und einen Theil ihrer Ge-
59 fährten niedergehauen. Die Delphier selbst sagen, diesseyen zwey vaterländische Heroen gewesen, die sie un-ter den Namen Phylakus und Autonous verehren, unddie in der Nähe des Tempels ihnen besonders geweyh-te Plätze haben: Phylakus nämlich an der Landstrafseoberhalb dem Tempel der Proneia, und Autonous inder Nähe der Kastalischen Quelle, am Fufse des Hy-ampeischen Felsens. Die Felsenmassen, welche sichvom Parnassus losgerissen halten, sah man noch zumeiner Zeit in dem Tempelbezirk der Athene Proneia,an der nämlichen Stelle liegen, wohin sie gelangten,als sie unter die Reihen der Barbaren hinabrollten.
M a