Druckschrift 
3 (1801)
Entstehung
Seite
156
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pbi geschickt, und von der Fythia die oben mifgetheil-te Antwort erhalten. Sie bekamen die Nachricht aufeine sonderbare Weise. Al3 nämlich Oemaratus, desAristons Sohn, zu den Medern überging, war er, wieich glaube und wie es auch wahrscheinlich ist, nichtfreundschaftlich gegen die Lacedämonier gesinnt; Ichlafs es daher auf sich beruhen, ob er folgendes ausWohlwollen oder Schadenfreude gethan bat. Genügesobald Xerxes seinen Heereszug gegen Hellas beschlos-sen hatte, und Deinarat, welcher sich damals in Susabefand, es vernahm, wollte er es den Lacedämoniemkund thun; und da er Gefahr lief, über der Ausführungseines Vorhabens ergriffen zu werden, blieb ihm keinanderes Mittel dazu übrig, als folgendes. Er nahmzwey Schreibtafeln, schabte das Wachs davon ab undschrieb auf das Holz alles, was der König zu thun Wil-lens war; dann aber überzog er die Schrift mit neuemWachs, so dafs die auf den Heerstrafsen ausgestelltenWachen keinen Verdacht aus den unbeschriebenen Ta-fein schöpfen konnten. Key der Ankunft des Boten inLacedämon konnten die Spartiaten nicht begreifen, wo-zu die Tafeln dienen sollten, bis, wie mau sagt, Gorgo,des Kleomenes Tochter, jetzt des Leonidas Gemahlin,das Geheimnifs entdeckte, und ihnen rieth, das Wachsabzuschaben, worauf sie die Schrift auf den Tafeln lin-den würden. Sie folgten ihrem Käthe, fanden und la-sen das Schreiben, und theilten es nachher den übrigenHellenischen Staaten mit.